Auf die Füße,
fertig, los!

Warum unsere Füße besondere Aufmerksamkeit verdienen
Bild: Florian Reiter

Übersicht

Veröffentlicht am 30.06.2021, Lesedauer: 2 Minuten
Ein Beitrag von Sport-Physiotherapeut, Trail-/Running-Coach und geprüfter Mentaltrainer Florian Reiter

Deine Füße berühren sanft und achtsam den Boden. Du spürst das Gras, wie es noch ganz kühl und feucht im Morgentau bei jedem Schritt aufs Neue eine erfrischende Wirkung auf dich hat. Deine Gedanken werden klarer, du schließt die Augen und wirst dir bewusst, dass du das schon viel zu lange nicht mehr gespürt hast? Wann warst du eigentlich das letzte Mal ganz bewusst barfuß in der Natur?

Wenn ich bei meinen Trailrunning Camps mit einer Gruppe von 20 Läufer*innen einige mobilisierende oder kräftigende Übungen barfuß durchführe, stelle ich immer wieder etwas fest: Im Durchschnitt sind es nur 2-3 Läufer*innen, die regelmäßig barfuß in der Natur sind oder ihre Füße gezielt durch Barfußtraining unterstützen. Bei vielen sind bereits mehrere Jahre oder Jahrzehnte vergangen, seitdem ihre Füße zuletzt mal richtig „schmutzig“ waren. Wir ziehen beinahe für jeden Schritt den wir vor unserer Haustüre machen unsere Schuhe an. Dabei wollen und brauchen unsere Füße jede Menge Detailinformationen vom Untergrund. Über Millionen von Jahren haben sie sich zu wahren Wunderwerken der Natur entwickelt: In jedem Fuß befinden sich idR 26 Knochen, 27 Gelenke, über 100 Muskeln, Sehnen und Bänder und fast 2.000 Nervenendigungen. Damit unsere wunderbaren Füße nicht ihre Funktion verlieren und wir Läufer*innen langfristig effizient und verletzungsfrei laufen können, lade ich dich ein, regelmäßiges Barfußtraining in deinem Alltag zu integrieren.

Bild: Florian Reiter

Welche Vorteile kann das für dich bringen?

  • Kräftige und bewegliche Füße bilden ein wertvolles Fundament, um deine Beinachse gut zu stabilisieren und die natürlichen Dämpfmechanismen deines Fußes in bestmöglicher Funktionalität einsetzen zu können.
  • Barfußtraining fördert deine koordinativen Fähigkeiten und sorgt somit für mehr Sicherheit und Effizienz beim Laufen.
  • Du bekommst ein besseres Gefühl dafür, wie du mit deinem Fuß aufsetzt und was für dich optimal und effizient ist.
  • Die Regeneration kann nach einer intensiven Laufeinheit mit ein paar Schritten barfuß in einer Wiese oder beim Kneippen in einem Bach optimal eingeleitet und verbessert werden.
  • Nach einer Verletzung kann das barfuß Stehen auf einem natürlichen Untergrund, Gehen oder Durchführen erster Übungen deinen Wundheilungsprozess hervorragend unterstützen. Dazu konnte ich in den letzten Jahren sehr viele spannende Erfahrungen mit meinen Patient*innen sammeln.

Diese Liste kann noch beliebig fortgeführt werden und du wirst selbst am besten herausfinden, was dir gut tut und dir vor allem auch Spaß macht!

Bild: Florian Reiter

Wie kannst du loslegen, ohne dich zu überfordern?

  • Langsame Steigerung: Starte behutsam und nicht sofort mit barfußlaufen, wenn du hier keine Erfahrung hast. Ziehe immer wieder deine Schuhe aus und bewege dich ein paar Minuten barfuß.
  • Du kannst Barfuß- oder Natural Running Schuhe für dein Training nutzen. Zu Beginn zum Spazieren und dann für ganz kurze Laufabschnitte - idealerweise in moderatem Tempo und auf natürlichem Untergrund. Dann haben deine Füße über mehrere Wochen und Monate Zeit sich daran zu gewöhnen.
  • Steinefußbad: Vor 13 Jahren kam mir der simple Einfall, mir den natürlichen Untergrund, in Form einer Holzkiste die ich mit Steinen befüllte, ins Haus zu holen. Die Idee des „Steinefußbads“ war geboren. Es ist schnell gemacht, kostengünstig und unglaublich effektiv um Verletzungen und Schmerzen vorzubeugen oder zu lindern. Somit ist das Barfuß-Training das ganze Jahr über möglich. Dieses Steinefußbad kann deinen Füßen etwas Gutes tun: beim Zähneputzen, nach dem Aufstehen, während dem Kochen oder beim Fernsehen einfach darauf stellen, am Stand gehen, einbeinig dein Gleichgewicht halten oder Kniebeugen machen und du wirst merken, was es bewirkt!
  • Wichtiger Hinweis an alle die Katzen haben: Klarheit schaffen, was der Unterschied zwischen Katzenklo und Steinefußbad ist!
  • Warm-Up, Cool-Down, Kraft- und Koordinationstraining kannst du, an deine Erfahrungen und die jeweiligen Trainingsinhalte angepasst, auch barfuß durchführen: balancieren auf einem Baumstamm oder einer Slackline, mobilisieren der Beine vor dem Loslaufen, Ausfallschritte, Kniebeugen oder Zehenstand während einer Krafteinheit oder das barfuß in einer Wiese ausgehen nach einer Laufeinheit. Vieles lässt sich ganz einfach und mit immensem Mehrwert in dein Läufer*innenleben integrieren.

Ich wünsche dir viel Freude dabei, deinen Schuhen eine Pause und deinen Füßen etwas Gutes zu ermöglichen. Achte dabei gut auf die Signale deine Körpers, damit es langfristig freudvoll und gesundheitsförderlich für dich ist! Lass dich überraschen, wie sehr sich deine tägliche barfuß-Zeit auf dein Wohlbefinden auswirken kann.

Dein Sportphysio Florian
 

 

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Bild: Florian Reiter

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