Wanderschuh: 
Hoch oder niedrig?

Das ist die Frage.

Übersicht

Veröffentlicht am 05.08.2020, Lesedauer: 3 Minuten

Die Wiesen beginnen zu blühen, die Almhütten zücken ihre Sonnenschirme und die Wanderlust fängt wieder an zu brodeln. Doch viele von uns sind jedes Jahr aufs Neue verunsichert, welchen Wander- oder Leichtbergschuh sie sich am besten zulegen sollen.

Nachdem ein Qualitätsmodell schon eine kleine Investition ist, die sich auf Jahre lohnen soll, macht es durchaus Sinn, dir gut zu überlegen, was deine konkreten Bedürfnisse und Anforderungen an deinen Traumschuh sind. Um dir die Entscheidung mit einigen wertvollen Inputs zu erleichtern, hier ein Überblick über die Vorteile und Einsatzbereiche von jeweils hohen bzw. niedrigen Wanderschuhen.

Hoch hinaus mit hohem Schuh
Als Faustregel gilt: Je höher es hinauf geht, umso stabiler sollte der Schuh sein. Weiter oben in den Bergen erwarten dich oft schroffes Gelände und wechselnde Verhältnisse: mehr Stein und Geröll, weniger Wald, mal Firn, mal ein brüchiger Harschdeckel, dann wieder sulziger Schnee. Bei diesen Bedingungen freust du dich, wenn du einen robusten Schuh an den Füßen hast, der über den Knöchel reicht. Er bewahrt dich vorm Umknicken und erspart dir Steinchen und andere Störenfriede im Innenraum. Damit es nicht bald „Ende Gelände!” heißt.

Flink & wendig mit dem Flach-Bock
Treibst du dich eher in den Niederungen der Landschaft herum, darf dein Schuh auch niedrig sein, soll heißen, der Schaft braucht nicht über den Knöchel zu ragen. Denn das Gelände ist weiter unten meist eher „dankbar” – selten empfangen dich auf einfachen Wanderwegen gemeine Geröllfelder, sondern höchstens nette Schotterstraßen, Forst-, Feld- und Waldwege. Mit dem niedrigen Schuh hast du eine höhere Sensibilität auf diesen Untergründen und kannst besser damit laufen, wenn du Lust hast, zwischenzeitlich Tempo zu machen.

Vorteile des hohen Wanderschuhs

Ein Wanderstiefel zeichnet sich durch einen kompakten Schuhkörper, einen knöchelhohen Schaft, eine steife Profilsohle und ein festes Umschließen des Fußes aus. Damit stützt er dich und verhindert ein Umknöcheln, was etwa mit vollem Rucksack im weglosen oder größerblockigen Gelände ein Vorteil ist.

  • Bei aufgeweichten Schneefeldern gelangt kein Schnee in den Schaft 
  • Gletschertauglichkeit
  • Besserer Aufstieg durch Sichelschritt in Steigkerben
  • Meist Kompatibel mit Leichtsteigeisen 
  • Bei nassen Wiesen und Morgentau bleibst du trocken
  • Feste Sohle, gutes Abrollverhalten, eine fein justierbare Schnürung und solide Schnürsenkel sowie einen gepolsterten Schaft, der dich auf längeren Touren vor Wundscheuern schützt.

Vorteile des niedrigen Wanderschuhs

Ein Low-Cut-Modell ist in der Regel etwas angenehmer zu tragen, weil es weicher und nachgiebiger ist. Du genießt mit ihm mehr Bewegungsfreiheit im Knöchelbereich und profitierst von einem besseren Abrollvermögen bzw. einer höheren Steigsensibilität. Der Halbschuh hat außerdem weniger Gewicht, kann bei Bedarf zwischendurch als Berglaufschuh „zweckentfremdet” werden und fühlt sich tendenziell weniger „bockig” an beim Gehen.

  • In vielen Szenarios ausreichend
  • Ein leichterer Schuh belastet auf langen Abstiegen die Gelenke weniger.
  • Achtung: meist nicht steigeisentauglich 
  • Auch abseits der Berge einsetzbar: im Wald, auf Wiesen, Forstwegen, Feldern und sogar in der Stadt
  • Besseres Fußklima als im hohen Schuh
  • Achte beim Kauf darauf, dass die meist nicht sonderlich steife Sohle gut gedämpft ist und ein griffiges Profil aufweist.

Expertentipp: Eine praktikable Lösung sind Gamaschen! Diese sind gut verstaubar, leicht und günstig. Du kannst sie immer mitnehmen und im Fall der Fälle damit auftrumpfen, wenn die anderen längst den Schnee aus ihrem Schuhwerk schaufeln!

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