Nachgefragt: Worauf 
kommt es beim Bike-Kauf wirklich an?

Übersicht

Veröffentlicht am 12.05.2020, Lesedauer: 4 Minuten

Am Wort einer, der es wissen muss: SPORT 2000 Bike-Profi Peter Huber. Er gibt im nachfolgenden Interview Antwort auf die wichtigsten Fragen, die man sich beim Kauf eines neuen Bikes stellen sollte, und verrät, was er seinen Kunden immer mit auf den Weg gibt.

Wie kann ich feststellen, welches Bike für mich optimal geeignet ist?
Peter Huber: Das hängt von vielen Faktoren ab! Wo will ich fahren? Welche körperlichen Voraussetzungen bringe ich mit? Wie wichtig ist mir Komfort? Wie weit will ich fahren? All diese Fragen (und noch mehr!) müssen geklärt werden. Deshalb ist mir die Beratung so wichtig! Der Kauf eines Bikes ist keine Entscheidung, die man spontan trifft. Im Beratungsgespräch tastet man sich Frage für Frage heran, um schlussendlich gemeinsam die perfekte Lösung zu finden!

Was muss ich beim Kauf eines neuen E-Bikes beachten?
Peter Huber: Wir haben bei den E-Bikes mittlerweile einen technologischen Level erreicht, wo es keine „schlechten“ Motoren oder Akkus mehr gibt. Es kommt daher viel mehr darauf an, für einen selbst herauszufinden, was am besten zu einem passt – je nachdem auch, wofür das E-Bike eingesetzt und wo es gefahren werden soll. Da kommt man einfach um ein ausführliches Fachgespräch nicht herum. Ich empfehle außerdem immer eine Probefahrt.

Wie weiß ich, ob ich eher ein Hardtail oder Fully MTB benötige?
Peter Huber: Ein Hardtail ist dem Fully in einigen Dingen überlegen, das gilt umgekehrt aber genauso. Bei einem Hardtail ist die Rahmenform nicht so aufwändig. Das macht sich im Preis bemerkbar, aber auch in einem etwas leichteren Gewicht. Außerdem hat das Hardtail eine extrem gute Kraftübertragung, vor allem am Berg. Dafür ist das Fully viel komfortabler, und man behält gerade am Trail wesentlich einfacher die Kontrolle über das Bike. Es kommt also wieder einmal eher auf die bevorzugten Strecken an und darauf, was einem persönlich dabei wichtiger ist bzw. wo ich mir durchs Material mehr Support holen möchte.

Was sind deine Tipps für mehr Fahrspaß?
Peter Huber: Ganz klar: Auf keinen Fall an der Schaltgruppe am Bike sparen und auch die Sitzposition am Bike vom Profi fachkundig überprüfen lassen. Dann steht dem Fahrspaß nichts mehr im Weg!

Bikefitting ist ja in aller Munde. Welche Vorteile bietet das?
Peter Huber: Das ist einfach gesagt: Mehr Komfort! Ein gefittetes Bike bedeutet weniger Schmerzen, die einem ansonsten oft speziell im Wirbelsäulenbereich zu schaffen machen. Und natürlich bessere Kraftübertragung, weil der Abstand und Winkel zur Kurbel eben perfekt passt.

Was gilt es beim Bikefitting zu beachten?
Peter Huber: Ausschlaggebend sind nicht nur die Körpermaße wie Armlänge, Beinlänge, Oberkörperlänge etc. des Kunden. Wir müssen da auch Faktoren wie die individuelle Beweglichkeit und Ähnliches berücksichtigen.

Bei welchen Bikes macht ein Bikefitting Sinn?
Peter Huber: Grundsätzlich natürlich bei allen Bikes und erst recht, wenn man auf seinem Bike kein gutes Gefühl hat. In der Praxis machen wir derzeit vor allem bei sportlichen Rädern wie MTBs oder Rennrädern Bikefittings. Empfehlenswert ist es aber für alle, die sich auf ihrem Bike wirklich wohl fühlen wollen.

Gibt es eine Möglichkeit, mein Wunsch-Bike via Teilzahlung zu finanzieren?
Peter Huber: Echte Teilzahlung gibt es bei uns derzeit noch nicht. Allerdings gibt es seit 1. Jänner in Österreich eine dem deutschen „Jobrad“ ähnliche, interessante Finanzierungsform. Dabei übernimmt der Arbeitgeber den Komplettbetrag für das Bike, dem Arbeitnehmer werden dafür 48 Monate lang entsprechende Teilbeträge vom Gehalt abgezogen. Der Kunde hat dadurch erhebliche steuerliche Vorteile.

Jetzt startet ja die Bike-Saison wieder: Welche Checks sind da wichtig?
Peter Huber: Ja, jetzt nach dem Auswintern des Bikes ist der ideale Zeitpunkt dafür! Da haben wir Bike-Profis wieder Hochsaison, um die Bikes unserer Kunden startklar für die Saison zu machen. Das Wichtigste ist eine Komplettdurchsicht von Schaltung, Kette, Ritzel, Bremsen und Zügen. Das ist nicht jedermanns Sache, aber dafür gibt’s ja uns Bike-Profis. Da ist man Bike-technisch garantiert auf der sicheren Seite!

Peter Huber

stellt bei Sport Rinnerthaler in Schalchen sicher, dass sich immer die passenden Mensch-Bike-Teams finden. Selbst schon seit Jahren der Faszination Biken verfallen, weiß er genau, worauf es dabei ankommt.

Alter: 31 Jahre

Hobbies: Triathlon (Rennrad, MTB bzw. Zeitfahrrad), Langlaufen, Skitouren – alles rund ums Thema Ausdauersport

Sportliche Erfolge: Gesamtsiege z.B. beim Trumer Triathlon (Sprint 2018), Traun Triathlon (Sprint 2019). 10-km-Bestzeit 34:18 min.

Wieso gerade Biken? Alles was schnell ist, macht mir Spaß! Und Radfahren war schon immer die Sportart, wo die Geschwindigkeit am höchsten ist. Vor über 7 Jahren habe ich dann mit Triathlon begonnen.

Was, wenn der innere Schweinehund mal stärker ist? Wenn der Schweinehund stark ist, ist das oft ein Zeichen dafür, dass der Körper geschwächt ist. Dann schadet es manchmal nicht, eine Pause einzulegen. Wenn es aber NUR der Kopf ist, dann hilft oft ein Gedanke an die nächsten Bewerbe, bei denen man gut abliefern möchte!

Lieblingswettkampf bzw. Lieblingsstrecke: Vor allem die Heimbewerbe (Triathlon Braunau und Trumer Triathlon), eine tolle Radstrecke bietet z.B. der Ironman 70.3 in Zell am See!

Welches Bike fährt Peter Huber selbst? Rennrad: Airstreeem RR Storm SL; Triathlonbike: Airstreeem Super TT;  MTB: je nachdem, was an Testbikes bei uns im Geschäft grade verfügbar ist!

Peter Huber

Bike Profi bei Sport Rinnerthaler

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