SPORT 2000
BERGMARATHON

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Frisch gebackener SPORT 2000 Bergmarathon Finisher

"Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen"

Gerhard Lamprecht im Interview

Sieben Berge, 70 km und 4500 Höhenmeter - und das alles zu Fuß... laufend. Klingt für die meisten Menschen nach einer unvorstellbaren Aufgabe. Nicht jedoch für Gerhard Lamprecht. Der Run2yourLimits Gewinner hat sich für SPORT 2000 dieser Herausforderung gestellt. Nach monatelanger Vorbereitungszeit mit ausgezeichneten Trainern an seiner Seite erreichte er mit einer Zeit von 11:32:46 seine persönliche Bestzeit und belegte damit den unglaublichen 73. Platz. Wie er sich auf den Lauf vorbereitete, was ihm während des Bewerbs durch den Kopf ging und ob er auch nächstes Jahr wieder beim Bergmarathon antreten wird, hat er uns im Interview verraten.

SPORT 2000:  Du hast deinen ersten Bergmarathon erfolgreich gefinished. Wie zufrieden bist du mit deiner Leistung?

Gerhard Lamprecht: Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden. Mein Ziel, unter 12 Stunden zu bleiben, habe ich trotz Problemen mit Magen, Verdauung und schmerzhafter Schienbeinhautentzündung geschafft. Der gesamte Weg bis zum Wettkampf und der Bergmarathon selbst waren ein unglaubliches Erlebnis. An diese Zeit werde ich mich sehr lange mit einem Lächeln zurück erinnern.

Wie hast du dich vor dem Wettkampf gefühlt?

Am Wochenende zuvor ist der Bergmarathon für mich in weite Ferne gerückt, da ich mir eine akute Schienbeinhautentzündung eingefangen habe. Dank Physiotherapie bei Andrea Achleitner, inklusive Ultraschall, Umschlägen und Anwendungen von zahlreichen Gels und Cremen, habe ich die Verletzung wieder einigermaßen in den Griff bekommen. Die Anspannung und Nervosität unmittelbar vor dem Start war schon groß. Das gehört bei einem derartigen Bewerb aber auch einfach dazu.

Ist der Berglauf so abgelaufen, wie du es dir erwartet hast?

Ich bin mit keiner großen Erwartungshaltung an den Start gegangen, da es mein erster Bergmarathon in diesem Ausmaß war. Ich wusste, dass ich super vorbereitet bin, man weiß aber bis zum Schluss nicht, ob es tatsächlich reicht. Schlussendlich liegt jedoch auch sehr viel an der Tagesverfassung, die man nur zu einem gewissen Teil beeinflussen kann. Meine Probleme mit Magen und Verdauung waren bestimmt das größte Manko an diesem Tag, da ich auch nicht mehr die vorgesehene Nahrung zu mir nehmen konnte.

 

 

Was war die größte Herausforderung, bei welcher Passage hattest du richtig zu kämpfen?

Der Abschnitt zwischen Kaisertisch und Karbach war für mich ein Tiefpunkt, da bereits ab diesem Zeitpunkt mein Schienbein ziemlich geschmerzt und Probleme bereitet hat. Der Aufstieg zur Spitzlsteinalm, wo mich auch ein Freund empfangen hat, ist wieder sehr gut gelaufen. Hingegen war der ebene Abschnitt zwischen Rindbach und der Labestation Ebensee gar nicht gut. Auf dem Weg zum Feuerkogel habe ich nicht daran geglaubt, den Lauf ins Ziel zu bringen. Aber Schritt für Schritt ging es dann doch irgendwie weiter und ich wusste, dass in der Kreh meine Frau mit Bauchzwerg auf mich wartet. Die Hitze auf den Asphaltanstiegen auf den Grasberg und den Gmundnerberg war fast schon unerträglich. Man hätte hier gut ein Spiegelei bruzzeln können. Die Zielgerade auf der Esplanade war dann schlussendlich ein erlösendes und einzigartiges Gefühl.

Gab es einen besonderen Moment während des Laufs an den du dich noch lange zurückerinnern wirst?

Am meisten werde ich mich an alle Supporter auf der Strecke erinnern. Meine Frau, Familie, Freunde. Sie haben mich immer wieder angefeuert und unterstützt, das gibt einem in schweren Momenten einen regelrechten Kraftschub. Auch die zahlreichen Bekanntschaften, die ich während des Rennens machen durfte, bleiben mir in Erinnerung. Die lustigen Gespräche mit den anderen TeilnehmerInnen haben von den Problemen auf der Strecke abgelenkt.

Was ging dir im Ziel als erstes durch den Kopf?

Geschafft, Hakerl, wieder einen Traum mehr in Erfüllung gegangen. Ich war einfach unendlich happy es trotz gesundheitlicher und wetterbedingter Probleme geschafft zu haben. Ich bin an meine Grenzen gegangen und stolz auf meine eigene „Zachheit“. Ist unglaublich was der Körper mit Willensstärke alles schaffen kann. 

 

Du hast durch das Trainingspaket von SPORT 2000 eine intensive Vorbereitungszeit hinter dir. Inwiefern hat sie dir bei der Erreichung deines Ziels geholfen?

Ohne die konsequente Vorbereitung und dem Einhalten des Trainingsplans wäre das Projekt in dieser Zeit unmöglich schaffbar gewesen. Es war eine Summe aus vielen einzelnen Puzzlestücken, die es schlussendlich möglich gemacht haben, das Ziel zu erreichen. Der erste Testrun beim Hochkönigman Skyrace hat denke ich am meisten gebracht. Hier habe ich festgestellt, dass die Form passt und es auch beim Bergmarathon klappen kann oder wird. Ich möchte mich an dieser Stelle bei meinen „Mentoren“ in dieser Zeit bedanken. Hans Knauß, der mir wichtige Tipps für die mentale Stärke gegeben hat. Mein Trainer Geri Bauer, der mich während meiner gesamten Bergmarathon-Zeit motiviert hat. Und mein Lauftrainer Florian Reiter, ohne dessen Know-how zu Lauftechniken meine Bestzeit nie möglich gewesen wäre. Echt genial, Menschen wie sie an der Seite zu haben, die einem immer wieder aufs Neue pushen.

Was war das Erste, dass du nach dem Zieleinlauf gemacht hast?

Ich habe unter Freudentränen meine schwangere Frau in die Arme genommen.  Nach rund 11,5 Stunden endlich durch das Ziel zu laufen, hat bei mir unendliche Glücksgefühle ausgeschüttet. Ich habe mit knapp 40 Jahren mein erstes Zielinterview geben, das war schon etwas ganz besonderes für mich, das erlebt man immerhin nicht alle Tage. Nach dem ersten Ziel-Trubel, durfte dann natürlich ein Enervit After-Drink und ein Regenerations-Bier nicht fehlen.

Und jetzt die Frage der Fragen: Würdest du wieder beim Bergmarathon antreten?

Der Bergmarathon ist eine einzigartige und spitzenmäßige Veranstaltung. Man lernt bei diesem Abenteuer unheimlich viele tolle Menschen kennen. Daher meine klare Antwort: JA. Ich bin nächstes Jahr sicher wieder mit dabei – sofern es mit dem Nachwuchs möglich ist.