Wärme­anwendungen

Warm ums Herz!

Wärmeanwendungen sind im Spitzensport oftmals schon fixer Teil eines perfekt durchgetakteten Trainingskonzeptes. Tatsache ist aber, dass auch Hobbysportler ihr Übungsprogramm damit effizienter und sicherer gestalten können.

Positive Effekte von Wärmeanwendungen

Wärme fühlt sich nicht nur angenehm an. Bereits die alten Römer wussten auch über die gesundheitsfördernden Nebenwirkungen bestens Bescheid. Wie erfreulich also, dass seit einiger Zeit Wärmebehandlungen wieder eine Renaissance erleben.

Denn sie
  • aktivieren das Immunsystem und den Stoffwechsel
  • können Verspannungen lösen
  • Gelenks- und Muskelschmerzen lindern
  • sowie die Rehabilitation nach Verletzungen beschleunigen.
  • und sie wirken vorbeugend gegen Muskelkater, dem vor allem Hobbysportler immer wieder mal begegnen. 
Mehr dazu ein bisschen später. Vorher widmen wir uns der Frage, welche grundsätzlichen Dinge es zu beachten gilt, will man sein Trainingsprogramm ein wenig „aufheizen“.

Wie eine Durchwärmung der Körperschale funktioniert

Bei der Integration einer Wärmeanwendung ins Training ist es wichtig, dass sie den  Körper nicht zusätzlich belastet. Die Erhöhung der Körperkerntemperatur auf Fieberniveau sollte deshalb vermieden werden. Darüber hinaus darf die Anwendung die Haut nicht über Gebühr strapazieren. Letztlich ist auf eine möglichst gleichmäßige Anhebung der Temperatur in der Körperschale, sprich Muskulatur, Bindegewebe und Gelenken, zu achten. Das gelingt mit der Niedertemperatur-Infrarottechnik, nicht unbedingt mit Wärmflasche, Dampfbad oder Sauna. Letztere führen dem Körper über große Hautflächen mehr Wärme zu als seine Regulation verarbeiten kann.
Interessant: In solchen Fällen vermindert der Körper den Rückstrom des erwärmten Blutes in den Körperkern, um Fieber zu vermeiden. Das belastet das Herz-Kreislaufsystem.

Im Niedertemperaturbereich wird nur so viel Wärme zugeführt, wie es für das thermische Gleichgewicht notwendig ist. Die sogenannte Thermoneutralzone bewegt sich zwischen 27 und 35°C. Innerhalb dieses Bereiches muss der Body keine Energie zur Wärmeregulation einsetzen, die Herz-Kreislaufbelastung bleibt gering. Dennoch kommt es zu einer effizienten Durchwärmung von Körperkern und -schale. Moderne Niedertemperaturkabinen überwachen darüber hinaus die Hauttemperatur und regulieren dementsprechend die Stärke der Bestrahlung.

Anwendungsbereichen im Sport

Ganz allgemein kann man sie in Maßnahmen zur Trainingsvorbereitung und -unterstützung, Regeneration, Rehabilitation und Prävention einteilen.

Trainingsvorbereitung und Regeneration

Wärme nützt beim Aufwärmen vor sportlichen Belastungen, weil dadurch das Binde-, Sehnen- und Muskelgewebe elastischer wird. Gleichzeitig sinkt das Verletzungs- und Muskelkaterrisiko. Die Muskulatur wird zudem leistungsfähiger. Weil dem Körper schon passiv Wärme zugeführt wurde, erfordert das darauffolgende aktive Aufwärmen weniger Energie. Nach dem Sport befreit die Wärmebehandlung die Muskulatur von erhöhten Anspannung, wie sie nach dem Sport meistens auftritt. Die Nährstoffe können dadurch leichter fließen, der Abtransport von Stoffwechsel- oder Abbauprodukten funktioniert schneller, wodurch die regenerative Versorgung des Gewebes steigt.

Nach Verletzungen und zur Prävention

Gewebe heilt schneller, wenn es gut versorgt wird. Weil schonende Durchwärmung diese Versorgung fördert, können solche Anwendung durchaus den Heilungsprozess beschleunigen. Wärme macht aber auch als Vorsorgemaßnahme Sinn. Über die Stärkung des Immunsystems und des Stoffwechsels hinaus kann man damit die körpereigene Wärmeregulation trainieren. Zum Beispiel vor sportlichen Aktivitäten unter extremen Temperaturbedingungen.
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