Verhaltenstipps bei Gewitter

Zum Donnerwetter!

Allgemeine Gewittertipps

Für Bergwanderer gibt es bei Gewitter ganz spezielle Tipps. Dennoch sollte man auch die allgemeinen Verhaltensregeln quasi fürs Flachland zumindest einmal gehört bzw. gelesen haben. Vieles davon gilt auch am Berg.
  • den Boden am besten nur mit einer möglichst kleinen Fläche berührt. Also hinsetzen/-hocken statt hinlegen
  • Beine fest zusammendrücken, weil der Blitz auch in den Boden einschlagen und dann Erdstrom in den Körper eindringen kann
Wenn letzteres passiert, spricht man von einem indirekten Blitzschlag. Der wird allerdings nur dann gefährlich, wenn man dem Strom einen Eingang in den Körper und einen Ausgang bietet. Sind die Beine und Füße zusammen, fehlt der Ausgang und der Strom zieht unverrichteter Dinge am Wanderer vorbei.

Weg mit Metallgegenständen

Das Gefahrenpotenzial eines direkten Blitzschlages lässt sich minimieren, indem man sich auf eine isolierende Matte setzt. Auch ein Plastiksackerl hilft. Ein weiterer Risikofaktor sind metallische Gegenstände am Körper, die Blitze wie ein Blitzableiter anziehen. Also selbige bitte ablegen. Die alte Weisheit, wonach niedrige Punkte wie Erdkuhlen eine besserer Aufenthaltsort sind wie hohe exponierte Orte, gilt noch immer. Auf einem Berg allerdings sind solche Stellen manchmal schwer zu finden. Wenn also eine Hütte in der Nähe ist, dann schnell rein. Wenn nicht, dann bitte die nachfolgenden Tipps beherzigen. Manche davon haben sehr prophylaktischen Charakter.

Ab in die Höhle

Cumulus-Nimbus-Wolke
Cumulus-Nimbus-Wolke
Tatsächlich ist der beste Schutz, bei unsicherer Wetterlage erst gar nicht auf den Berg zu gehen. Bei Gewitterwarnungen also unbedingt in der guten Stube bleiben. Ist man bereits unterwegs, empfehlen sich regelmäßige Blicke auf das aktuelle Wettergeschehen am Himmel. Sollten sich dort schon ambossförmige Cumulus-Nimbus-Wolken tummeln, dann die Tour sofort abbrechen bzw. exponierte Lagen wie Gipfel und Grate verlassen und den Weg nach unten suchen.


Erhöhte Vorsicht gilt auch bei Zuflucht in Höhlen und unter Überhängen, wenn sie feucht oder zu klein sind. Groß genug sind Höhlen dann, wenn man mindestens eine halbe Körperlänge vom Eingang entfernt sitzen kann und genug Abstand zu den Wänden sowie zur Decke besteht. Absolute Gefahrenorte bei Gewitter sind wasserführende Rinnen, Stahlseilsicherungen sowie alleinstehende Bäume. Weitere Risikoorte am Berg sind Felskanten und Felswände. Beides sind für Blitze bevorzugte Ziele.

Singende Wegweiser

Elmsfeuer
Elmsfeuer
Gewitter kündigen sich aber nicht nur am Himmel an, sondern auch durch Metallgegenstände wie Wegweiser oder Gipfelkreuze, die zu „singen“ beginnen. In diesen Fällen gilt: nicht zuhören, sondern schnell aber kontrolliert weglaufen und einen vergleichsweise sichereren Ort aufsuchen. Das gleiche Verhaltensmuster empfiehlt sich, wenn die Kopfhaut kribbelt, sich die Haare sträuben und wenn man ein bläuliches Leuchten an besonders hervorragenden Metallgegenständen sieht. Dieses Phänomen nennt man Elmsfeuer. Es tritt meist bei Gipfelkreuzen auf und ist ebenfalls ein ziemlich eindeutiges Zeichen für einen bevorstehenden Blitzschlag.
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