Trekkingstöcke

So finden Sie den richtigen Stock

Wer mit Stöcken wandert, hat automatisch eine Menge Vorteile im Gepäck. Medizinische Untersuchungen haben ergeben, dass Trekking-Stöcke Knie, Hüfte und Sprunggelenk um bis zu acht Kilogramm pro Schritt entlasten. Bergauf geht's mit gezielter Unterstützung der Beinmuskulatur schneller und in heiklen Passagen helfen sie, das Gleichgewicht zu halten. Zum Beispiel auf hartgefrorenen Altschneefeldern oder bei der Querung von Bächen und Flüssen. Generell lässt sich sagen, dass man bei richtigem Einsatz der richtigen Stöcke quasi über ein zusätzliches Standbein verfügt, was die Sicherheit zweifellos erhöht und für mehr Gehkomfort sorgt.

Größenverstellbare Systeme

Für das Variieren der Länge gibt es grundsätzlich zwei Mechanismen: erstens Drehsysteme, bei denen der Klemmmechanismus durch das Gegeneinander-Verdrehen der Stockabschnitte ausgelöst bzw. fixiert wird. Die zweite Möglichkeit sind Klemmverschlüsse, wo durch das Umlegen eines Hebels außen am Stock der Verschluss geöffnet und geschlossen wird. Egal welches System man wählt, wichtig ist Stabilität. Denn wenn ein Verschluss versagt, kann das nicht nur ärgerlich sein, sondern in heiklen Situationen auch gefährlich werden. Womit wir bei der Grundvoraussetzung für die Verstellbarkeit von Wanderstöcken angelangt wären. Sprich bei der Segmentierung, wofür es zwei verschiedene Techno-logien gibt: Faltstöcke und Teleskopstöcke.

Die Länge von Trekking-Stöcke richtig einstellen.

Tatsache ist, dass richtig eingestellte und eingesetzte Stöcke das von Knien und Oberschenkeln zu hebelnde Gewicht um etwa 10 Prozent verringern. Und zwar sowohl bergauf wie bergab. Bei einer dreistündigen Tour summiert sich das auf eine Entlastung von ca. 70 Tonnen. Deshalb macht es Sinn, sie in der richtigen Länge zu verwenden.

Auf ebenem Gelände:
Aufrecht hinstellen und den Griff des gerade aufgestellten Stockes umfassen. Der Winkel zwischen Ober- und Unterarm sollte nun ca. 90° betragen.

Bergauf und bergab:
Abhängig vom Steigungsgrad werden die Stöcke um 5 bis 10 cm verkürzt bzw. beim Abstieg verlängert.

Konstruktionen für ein kleineres Packmaß

Vor allem Trekkingstöcke für alpines Gelände bestehen zumeist aus mehreren Segmenten. Meistens sind es drei. Sinn der Sache ist neben der Längenverstellung das Erreichen eines vernünftigen Packmaßes, wenn gerade kein Stockbedarf besteht. Dabei zeigt sich, dass in dieser Hinsicht die Faltstöcke die Nase vorne haben, während die Teleskop-Stöcke in Sachen nutzbarer Länge überlegen sind. Im Gegenzug kann der Rohrdurchmesser bei Faltstöcken bei jedem Segment gleich sein. Das hat positivere Auswirkungen auf die Stabilität. Denn es gilt die Regel: je größer dieser Durchmesser, desto stabiler. Der gleiche Rohrdurchmesser resultiert aus der Tatsache, dass die Segmente bei Faltstöcken mit Schnüren verbunden sind und nicht ineinandergeschoben werden, was natürlich nur mit einer Verjüngung möglich ist. Abgesehen von Rohrdurchmesser und Verschlusssystem hat auch das Material einen gewissen Einfluss auf die Stabilität.

Materialien von Trekkingstöcken

Trekkingstöcke bestehen üblicherweise aus Carbon oder Aluminium. Wenngleich es innerhalb der beiden Materialien verschiedenste Ausprägungen gibt. Bei Alu handelt es sich eigentlich um eine Legierungen, die als nicht aushärtbare oder naturharte und aushärtbare, zum Einsatz kommt. Letztere wird auch im Flugzeugbau verwendet. Aushärtbar bedeutet übrigens, dass die gewünschte Festigkeitssteigerung durch eine Wärmebehandlung erreicht wird. Bei Carbon ergeben sich durch unterschiedliche Harze und verstärkenden Fasereinlagen erhebliche Variationsmöglichkeiten. Carbonstöcke sind leichter und sehr stabil. Allerdings verbiegen sie sich im Extremfall nicht. Das heißt, sie brechen sofort und damit überraschend. Vorteil: Carbon-Stöcke schwingen nach dem Aufsetzen nicht nach bzw. vibrieren nicht. Alumodelle wiederum sind meist etwas schwerer und lassen sich nach nicht zu starken Verformungen wieder zurückbiegen. Außerdem ist Alu im Gegensatz zu Carbon wesentlich unempfindlicher gegenüber Kratzern, weshalb beide Materialien oft kombinierte werden. Unten Alu, oben Carbon.

Trekkingstöcke mit Federung

Besonders viel Komfort versprechen gefederte Stöcke, vor allem auf felsigen Wegen oder wenn es über Geröll geht. Eine Federung wird jedoch nicht in jedem Fall als angenehm empfunden. Zum Beispiel dann nicht, wenn’s bergauf geht und man richtig Tempo machen will. Deshalb gibt es Modelle, bei denen sich die Federung „ausschalten“ lässt. Außerdem ist Federung nicht gleich Federung. Straff gefederte Stöcke empfehlen sich für kräftige Trekker, vor allem wenn sie rucksackmäßig schwer geladen haben. Und wenn die Stöcke intensiv oder schwungvoll eingesetzt werden. Folgerichtig greifen leichtere Bergfexe zu Modellen mit weicher Federung.

Griffarten von Trekkingstöcken

Einfluss auf den Komfort eines Stockes hat selbstverständlich auch der Griff. Für angenehmes Handling sorgen weiche, abgewinkelte Schaumstoffgriffe und eine gepolsterte Handschlaufe. Eine Alternative zu Polycarbonat und Polyurethan ist Kork, wenngleich der mit der Zeit abbröseln kann. Neben dem Material spielt auch die Formgebung eine gewisse Rolle. Tatsächlich gibt es mehr oder weniger stark gewellt Griffe, außerdem glatte, gerippte und eingekerbte. Hier ist das persönliche Gefühl bzw. die innere Stimme gefragt, auf die man am besten schon beim ersten Griff hört. Selbiges gilt für eine etwaige Griffverlängerung. Sie ermöglicht es zum Beispiel bei kurzen Anstiegen, den Griff auch mal weiter unten zu greifen, anstatt seine Länge zu verändern.
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