Snowkiten

Eine neue Form des Skifahrens

Snowkiten funktioniert indem man sich mit angeschnallten Skiern oder mit dem Snowboard an den Beinen von einem mehr oder weniger großen Lenkdrachen mithilfe des Windes über schneebedeckte Wiesen ziehen lässt. Oder man fliegt einfach drüber. Also vom Prinzip her alles ziemlich gleich wie beim Kitesurfen im Sommer. Nur eben auf gefrorenem Wasser. Hört sich irgendwie nach Extremsport an. Glaubt man aber den Protagonisten dieses Sportes, dann kann das im Prinzip jeder. Ein wenig Basiserfahrung auf Skiern oder Snowboard und etwas Wagemut sollten reichen. Absolute Anfänger schaffen den Einstieg angeblich schon innerhalb von zwei Tagen im Rahmen eines Kurses.

Große Sprünge, kleine Flüge

Ist der Entschluss zum Snowkiten einmal gefallen, hat man es mit einen Drachen zu tun, der zwischen 3 und 20 Quadratmeter groß ist. Er hängt an 30 Meter langen Leinen und wird mit einer Lenkstange, dem sogenannten Bar, gesteuert. Dabei hat der Kiter ein Sitz-oder Hüfttrapez umgeschnallt. Auf diese Weise hält man der Kraft des Drachens das eigene Körpergewicht entgegen. Macht man alles richtig, dann sind Sprünge bis zu 10 Metern Höhe und 100 Metern Länge möglich. Aber Achtung: Schon kleine Schirme können bei entsprechendem Wind beachtliche Kräfte entwickeln. Zum Glück gibt es für Situationen tatsächlicher oder gefühlter Gefahr einen Auslösemechanismus. Nach dessen Betätigung segelt der Kite an nur einer Leine hängend zu Boden. Im absoluten Notfall lässt sich der Drachen mit einem Handgriff auch vollständig vom Körper trennen. Fragt sich, ob Snowkiten eigentlich gefährlich ist?

Zum Einstieg Schulbank drücken

Ganz ohne Wissen geht’s natürlich nicht. Aber das ist bei vielen anderen Sportarten ja auch so. Eine fundierte Ausbildung erweist sich als absolut notwendig, gemeinsam mit einer verantwortungsvollen Einstellung. Deshalb kommt man um den Besuch einer Snowkite-Schule nicht herum. Die gibt es zum Beispiel im salzburgischen Thalgau oder am Achensee in Tirol, wo man zu allererst einmal einen Grundkurs bucht. Der könnte so aussehen:

  1. das Steuern eines kleinen Übungslenkdrachen
  2. ein größerer, bei dem man die Kraft selbst reguliert
  3. Wechsel auf Board oder Ski
  4. die ersten Meter durch den Schnee
Bis zu 60 km/h sollten später schon drinnen sein. Natürlich nur in einem Gelände ohne Straßen, Häuser und Strommasten. Sprich auf extra dafür eingerichteten Plätzen, wie sie Snowkite-Schulen zur Verfügung stellen.

Und warum das Ganze?

Nicht selten bezeichnen Snowkiter ihren Sport als das Nonplusultra des Wintersports. Das Gefühl der Freiheit und der Unabhängigkeit, die Freude an der Geschwindigkeit und der Natur sowie der Flow machen offensichtlich süchtig. Aber auch die Tatsache, dass man sich fern von teuren Liftanlagen und gut gefüllten Pisten bewegt. Deshalb wächst die Fangemeinde von Jahr zu Jahr. Und wohl auch darum, weil für diesen Sport keine Berge vonnöten sind und flaches Land völlig ausreicht.

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