Snowboardpflege

Stein im Brett?

Schon mit wenigen Handgriffen kann jeder seinem Brett und damit sich selbst etwas Gutes tun. Denn das Basispflegeprogramm ist schnell absolviert. Drei Minuten alle ein bis zwei Tage und schon steigt der Spaß und die Brettkontrolle. Mit modernen Schnellwachsen gelingt es im Handumdrehen, die Gleitfähigkeit zu pushen. Der Wachsspray kommt praktischerweise aus der Dose, wird einfach aufgesprüht und nach kurzem Eintrocknen mit einem speziellen Fleece-Tuch einpoliert. Mit einer Wachspaste, einem Wachsfluid und mit Rubbelwachs funktioniert‘s ähnlich easy. Wer für verschiedene Schneetemperaturen gerüstet sein will, greift entweder zu einem Universalwachs oder im Bedarfsfall zu einem speziellen Wachs für nassen Schnee.

Boardpflege mit Heißwachs

Wenn die Fürsorge fürs Brett jenseits gewöhnlicher Zuneigung liegt, dann nimmt man sich mehr Zeit und präpariert mit Heißwachs. Die Hitze öffnet die Poren des Belags und das Wachs kann tiefer eindringen. Zur Auswahl stehen Wachse zum Einbügeln für drei Schneetemperaturbereiche. Am besten bügelt es sich mit speziellen Bügeleisen. Denn ausgediente Haushaltseisen werden auf höchster Stufe so heiß, dass sie den Belag verbrennen können. Speziell konfektionierte Fleece-Tücher auf der Heizfläche ermöglichen einen schonenden Wachsauftrag. Vernünftigerweise legt man sich dazu auch ein Set Snowboardspannböcke zu. Damit lassen sich die Boards horizontal auflegen, justieren und vertikal einspannen. So gelingen Belagarbeiten und die Bearbeitung der Kanten am besten. Ist nun das Wachs einmal eingebügelt und der Belag abgekühlt, wird das überschüssige Material mit einer Abziehklinge aus Plexiglas vorsichtig vom Belag entfernt. Entscheidend fürs Gleiten ist nämlich nur, was in den Poren steckt. Meist braucht es also viel weniger Wachs als man glaubt. Nun folgt zwecks optimaler Belagstruktur noch eine Behandlung mit einer Universalbürste aus Nylon.

Einfache Belagreparaturen

Ein Loch im Belag macht jedem Boarder Kummer. Doch eine einfach zu bewerkstelligende Reparatur macht’s wieder gut. Zunächst befreit man mit einer Stahlklinge das Loch von überstehenden Belagfetzen. Dann wird am besten ein selbstbrennender Folit-Strip über der „Wunde“ angezündet und das Loch ausgetropft. Dann Flamme ausblasen, abkühlen lassen und das überstehende Material mit einer Metallklinge abtragen, bis die Lauffläche wieder plan ist. Womit wir bei einer etwas kniffligeren Sache angekommen wären.

Kanten schleifen

Der richtige Schliff ist nicht nur eine Kunst, sondern maßgeblich für die Fahreigenschaften verantwortlich. Wer sich darüber wagt, braucht
  • Schleifgummi
  • Alu-Oxyd-Stein
  • Karosseriefeile
  • Handgerät zum Einspannen der Feile
  • Arkansas-Stein
Der Schliffvorgang in aller Kürze: Mit Schleifgummi Kanten reinigen, mit Alu-Oxyd-Stein die Metallführungen von Graten befreien, die Seitenkanten bearbeiten, am besten in einem Kantenwinkel von 90 oder 89 Grad gemessen zum Belag. Je mehr die Kante „hinterschliffen“ wird, desto aggressiver wird das Board. Danach mit Schleifgummi eventuell entstandene Grate abschleifen und mit dem Arkansas-Stein der geschliffenen Seitenkante das Finish verpassen. Der Stein poliert die Metalloberfläche, verhindert das Eindringen von Wasser in die beim Schleifvorgang geöffneten Poren und schützt so die Kante vor Rost. Noch diffiziler ist das Schleifen der Kantenunterseite. Deshalb sollte mehrmals pro Saison ein professionelles Rundum-Service mit der Maschine beim Fachhändler durchgeführt werden.

Professionelles Service mit der Maschine

Gerade bei der komplizierten Bearbeitung der Kantenunterseite empfiehlt sich der Gang zu Spezialisten mit Spezialmaschine. Wobei an einem wiederholten, fachmännischen Service ohnehin keiner vorbeikommt, der sein Board halbwegs liebt. Mit Selfmade gelingt nur kurzzeitige Kosmetik der Kanten und Beläge. Der nachhaltige Jungbrunnen sprudelt aus der Maschine. Kleiner Beauty-Tipp: Snowboards fühlen sich in entsprechenden Bags am wohlsten und bleiben dort auch länger scharf!
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