Skisocken

So stehen Sie bequem im Skischuh

Sicher, die Füße sieht man nur selten. Da lässt sich mit topmodischem Sockenoutfit in der Skihütte kein großes Aufsehen erregen. Aber darauf kommt es ja auch nicht an. Vielmehr geht es darum, die Füße bei Laune zu halten. Denn nur dann machen Piste, Tiefschnee und auch Hütte erst richtig Spaß. Also widmen wir ihnen an dieser Stelle ein wenig Zeit.

Material

Socken spielen eine Vermittlerrolle. Wenn auch im Verborgenen zwischen dem Skischuh und den Füßen. Die Herausforderung dabei lautet: Wohin mit dem Schweiß? Denn so toll der Skischuh auch sein mag, eines kann er nicht: den Schweiß nach außen abgeben. Bei falscher Sockenwahl bedeutet das nasse und kalte Füße. Was uns zur Frage führt, welches Material hier Abhilfe schaffen kann. Baumwolle kann es schon mal nicht sein. Denn die speichert viel Feuchtigkeit und gibt sie langsam wieder ab. Der damit einhergehende Kühlungseffekt mag im Sommer angenehm sein, im Winter hat Baumwolle in einem Socken jedoch nichts verloren. Aber was dann?

Skisocken aus Schurwolle

Die richtige Mischung macht’s. Was das Feuchtigkeitsmanagement betrifft, steht Schurwolle eindeutig in der Pole Position. Sie kann bis zu 40 Prozent ihres Eigengewichtes an Wasser aufnehmen, ohne dass sie dem Träger die Feuchtigkeit spüren lässt, weil die Wolle die Wassermoleküle einfach absorbiert. Doch damit nicht genug. Schurwolle kühlt nicht nur, sondern wärmt auch. Sogar auf doppelte Art und Weise. Einerseits wird durch die Aufnahme der Feuchtigkeit Absorbtionswärme frei. Andererseits bewirken die Kräuselung und die raue Oberfläche der Wollfaser ein kuschelig-warmes Gefühl, weil sie den Isolator Luft daran hindert, sich zu bewegen und Wärme abzugeben.

Eine weitere Eigenschaft der wirklich genialen Schurwolle liegt in ihrer weitgehenden Aversion gegen Geruch. Sprich Skisocken aus Schurwolle sind weitgehend geruchsneutral. Weil die Oberfläche der Wollfasern in der Regel trocken bleibt, fehlt den Mikroorganismen, die für die Geruchsbildung verantwortlich sind, eine wichtige Basis für ihre Vermehrung. Das vermindert übrigens auch die Wahrscheinlichkeit von Fußpilzbildung. Und das alles ganz ohne gefährliche Biozide und Nanotechnik. Ebenfalls wichtig: Durch die ausgefeilten Zucht- und Haltemethoden bei Merinoschafen gewinnt man heute Garn, das nicht mehr kratzt. Und durch chemische Nachbehandlung und Beimengung von Synthetikfasern zeigen sich diese Wollprodukte auch nach dem Waschen in der Maschine von ihrer besten Seite.

Skisocken aus Synthetikfaser

Die große Stärke der Synthetikfaser liegt nämlich in ihrer hohen Festigkeit in allen Belangen. Konkret bei Zug- und Abriebfestigkeit, Formbeständigkeit und - wie erwähnt - in der Waschbarkeit. Der Nachteil: So gut wie keine Kunstfasern nimmt Flüssigkeit auf. Die Feuchtigkeit bleibt an der Faseroberfläche hängen, weil natürlich kein Skischuh atmungsaktiv sein kann. Dort bildet sich der Nährboden für die Vermehrung von übel riechenden Bakterien. Aber zum Glück gibt es Silber, das in Partikel- oder Fadenform mit der Faser verwoben wird und deshalb nicht ausgewaschen werden kann.

Skisocken mit Lüftungskanälen & Polsterungen

Socken mit Klasse besitzen zum Beispiel Lüftungskanäle, die meist farblich hervorgehoben werden, um ihre Funktionalität auch optisch zu betonen. Darüber hinaus verwöhnen sie den Fuß mit Polsterungen an neuralgischen Bein- und Fußstellen. Ambitionierte Skisportler, die den direktesten Kontakt zum Ski suchen, bevorzugen allerdings dünne Socken, damit der Steuerimpuls nicht im Material verpufft. Interessant auch die Tatsache, dass bei Socken, die ordentlich sitzen sollen, die Links-rechts-Unterscheidung heute absolut üblich ist. Ebenfalls Standard: das breite Bündchen unter dem Knie, das ein Verdrehen verhindern soll. Weiterer „Trick“: 3/4-lange Skiunterhosen, damit das Bündchen unterm Knie keine Druckstellen verursacht.

Kompressions-Skisocken

Ein Thema, das bei hautnaher Sportbekleidung immer öfter angesprochen wird, beginnt auch bei den Sportsocken eine Rolle zu spielen: Modelle mit Kompression. Die Verminderung der Muskelvibration verzögert Ermüdungserscheinungen. Und durch den erleichterten Bluttransport verkürzen solche Modelle die Regenerationsphase. Der langen Rede kurzer Sinn: Angesichts der bemerkenswerten Fülle an verschiedenen Sockenmodellen sollte es kein Problem sein, das individuell optimale Paar zu finden.
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