Skier selber wachsen - Skiservice selbst gemacht

Do it yourself im Wachselkeller

Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Man muss kein Wachselwunderwuzzi sein, um die beiden Latten zum Gleiten zu bringen. Mit modernen Schnellwachsen geht das ganz einfach. Einfach nur aufgesprayt oder Paste aus der Tube auftragen. Nach dem Trocknen mit einem Fleece-Tuch einpolieren. Bei Fluid in flüssiger Form oder sogenanntem Rubbelwachs geschieht das Einreiben beispielsweise mithilfe eines speziellen Korkens. Für diese Basispflege gibt es Universalwachse, die sich für die allermeisten Schneeverhältnisse eignen. Für nassen Schnee gibt’s ein Spezialwachs. Was aber, wenn die pflegliche Zuwendung über die Basispflege hinausgeht?

Belagspflege

Bei der etwas intensiveren Belagspflege heißt es, Bügeleisen anwerfen und das geschmolzene Gleitmaterial in die von der Hitze geöffneten Poren einbringen. Kleiner Tipp: Bitte Spezial- und keine Haushaltsbügeleisen verwenden, weil Letztere zu heiß werden und den Belag verbrennen können. Nach dem Abkühlen lässt sich das überschüssige Wachse problemlos mit einer Abziehklinge aus Plexiglas entfernen. Abgezogen wird, weil nur das in die Poren eingedrungene Wachs für gutes Gleiten sorgt. Last, but not least greift der ambitionierte Do-it-yourself-Wachsler zur Universalbürste aus Nylon und legt damit die, für die Gleiteigenschaften so wichtige, Belagsstruktur frei. Der Vorteil gegenüber der Basispflege: Die guten Gleiteigenschaften halten deutlich länger. Der Nachteil: Viel mehr Zeitaufwand bei der Pflege. Wem das nichts ausmacht, der kann sich im eigenen Hobby-Keller pflegetechnisch noch viel mehr austoben.

Einfache Reparaturen

Hat der Belag keinen allzu großen Schaden genommen, kann man ihn mit gekonnter Erstversorgung durchaus wieder in Form bringen. Am besten funktioniert’s mit selbstbrennenden Folit Strips. Dazu befreit man zuerst das Loch im Belag mit einer Stahlklinge von überstehenden Belagfasern. Dann den Strip darüber anzünden und das Loch mit dem abtropfenden Folit ausfüllen. Nun die Reparaturstelle abkühlen lassen, das überstehende Folit mit einer Karosseriefeile behutsam abtragen, bis die Lauffläche wieder plan ist. Fertig! Wer jetzt noch einen Schritt weitergehen und in höhere Sphären der Skipflege aufsteigen will, der widmet sich auch den Skikanten.

Kantenschliff für Fortgeschrittene

Tatsache ist, dass sich der Schliff der Kanten in hohem Maße auf die Fahreigenschaften auswirkt. Deshalb bedarf es einer gewissen Erfahrung und natürlich des richtigen Werkzeuges.
Man nehme dazu:
  • Schleifgummi
  • Karosseriefeile
  • Handgerät zum Einspannen der Feilen in unterschiedlichen Winkeln
  • Alu-Oxyd- sowie einen Arkansas-Stein.
Dann kann’s losgehen. Erst die Kanten mit dem Schleifgummi von Schmutz oder Flugrost befreien. Dann mit dem Alu-Oxyd-Stein etwaige Grate an der Metallführung der Skier beseitigen. Die Grate können nämlich die Kantenfeile beschädigen und entstehen meist dann, wenn die Skikante eine unerfreuliche Begegnung mit einem Stein hat und sich dabei heißverformt. Nun den Ski hochkant einspannen und die Seitenkante mit der Feile in langen Zügen bearbeiten. Und zwar so lange, bis ein Kantenwinkel von 90 bzw. 89 Grad zum Skibelag entsteht. Dieser Winkel empfiehlt sich für den freizeitorientierten Skifahrer. Grundsätzlich gilt nämlich: Je kleiner der Winkel, desto aggressiver der Ski.

Fingernagelscharfes Ergebnis

Die Kante ist dann fertig geschliffen, wenn sie keine Unebenheiten mehr aufweist und die ganze Skilänge die absolut gleiche Schärfe aufweist. Nun kommt der Schleifgummi ins Spiel. Mit ihm fährt man sanft über die frische geschärfte Kante und befreit sie von Graten, die beim Schleifen entstanden sind. Die Kanten sind übrigens dann scharf, wenn sich daran ein Fingernagel abschälen lässt. Und der Arkansasstein? – Nun, seine Aufgabe ist es, die geschliffene Seitenkante zu polieren. Das verhindert ein Eindringen von Wasser in die vom Schleifen geöffneten Poren und damit das Rosten. Womit der Kantenschliff beendet wäre. Bliebe noch das Schleifen der Kantenunterseite. Aber das ist eine andere Geschichte, die aber sehr viel mehr Fingerspitzengefühl erfordert. Deshalb überlässt man sie am besten dem gut geschulten Servicemann im SPORT 2000-Fachgeschäft.
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