Seil- und Sicherungstechnik im Hochgebirge

Die wichtigsten Technike und wie man sie richtig anwendet

Seil- und Sicherungstechnik am Gletscher

Die richtige Sicherung beginnt damit, dass man die Gurte rechtzeitig, spätestens aber beim Betreten des Gletschers anlegt. Die Abstände betragen bei der Zweierseilschaft 12 m, bei der Dreier sind es 10 und in größeren Seilschaften mindestens 8 Meter. Tatsächlich sollte man sich auf Gletschern immer anseilen, auf alle Fälle aber auf bekannt gefährlichen bzw. in spaltenreichen Zonen. Selbstverständlich auch bei schlechter Sicht. Und natürlich bei schwacher Spaltenüberdeckung durch frühwinterliche Verhältnisse bzw. aufgrund von Winderosion. Weitere Anseilempfehlungen: bei Neuschnee bzw. neuer Spuranlage, bei starker Durchfeuchtung der Schneedecke, weil es zum „Aufweichen“ der tragfähigen Spaltenbrücken kommen kann.

Seil- und Sicherungstechnik am Grat

Auf Graten empfiehlt sich die Sicherung von einem Fixpunkt aus. Zum Beispiel mit Klemmböcken oder Kopfschlingen. Die Sicherung erfolgt grundsätzlich mithilfe der Halbmastwurf-Sicherung (HMS), weil sie einfach anzuwenden und in Sachen Bremskräfte ideal ist. Besonderes Augenmerk sollte den Sicherungsblöcken gewidmet werden. Zum einen muss die Bandschlinge (keine Reepschnüre) sauber liegen, damit sie nicht bei Belastung herunterrutscht. Zum anderen sollte sichergestellt sein, dass der Felskopf auch fest ist und nicht nur festgefroren. Damit sich bei Abseilstellen an Felsköpfen das Seil nicht verhängt, lässt man am besten eine doppelt gefädelte Reepschnur oder ein Steilstück zurück.

Seil- und Sicherungstechnik in Firn- und Schneeflanken

Um in Firn und Schneeflanken sicher unterwegs zu sein, gibt es zum Beispiel den Sitzpickel. Hier legt man um den Pickelkopf eine Bandschlinge und rammt den Pickel in den verdichteten Schnee. Dann davor in den Schnee setzen und mit der Bandschlinge einen Ausgleich zum Anseilpunkt seines Gurtes machen. Der Nachsteiger wird dann direkt vom Ausgleich gesichert. Bei tiefem Schnee kann man anstelle des Pickels auch die Skier verwenden. Sind die Bedingungen besonders hart, empfehlen sich Eisschrauben. In einer Eisflanke ist es ohnehin günstiger, mit einem Ausgleich an zwei Eisschrauben zu arbeiten. Tipp: Bei vielen Gipfelanstiegen benötigt man keine großen Seilmanöver. Es genügt das Seil sicher zu verankern und ein paar Knoten hineinzuknüpfen. Weniger trittsichere Kameraden können sich dann beim Auf- und Abstieg festhalten.

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