Schlafsack

Alles, was Sie über Schlafsäcke wissen sollten


Essentiell für eine angenehme Nachtruhe bei einem Outdoor-Abenteuer ist ein guter Schlaf. Dabei spielt der Schlafsack eine wichtige Rolle, denn wenn man unbequem liegt oder friert, kann man den nächsten Tag oft nicht wieder in aller Frische starten. Deshalb finden Sie hier Tipps für die Wahl des richtigen Temperaturbereichs Ihres Schlafsacks und erfahren, warum die Größe des Schlafsacks nicht unbedeutend ist.

Grundlegende Informationen über Schlafsäcke

Zunächst einmal ist es wichtig sich bewusst zu machen, dass der Schläfer den Schlafsack wärmt und nicht umgekehrt. Durch die Abgabe von Wärme erhitzt man die Luft im Schlafsack. Die Aufgabe des Schlafsacks ist es, den erwärmten Luftpolster von der „Außenwelt“ zu isolieren.

Bei der Wahl des richtigen Schlafsacks spielen spielen vor allem die Körpergröße und die Wahl des Komforttemperaturwertes des Schlafsacks eine Rolle.

Welcher Komforttemperaturwert für welchen Schlafsack-Typ?

Bei Schlafsäcken wird die Außentemperatur in einem Komfort- und einem Extrembereich angegeben. Der obere Extrembereich verspricht echte Wärme, der untere Extrembereich gibt den maximalen Erfrierungsschutz und damit die niedrigste Verwendungstemperatur für den Schlafsack an. Wichtig aber ist der Komfortbereich, in dem der Körper genügend Energie erzeugen kann, um die Hauttemperatur zwischen 33,4° C und 34,3° C und damit angenehmes Schlafklima zu halten.

Der Komforttemperaturwert bei Schlafsäcken unterscheidet sich bei Mann und Frau um satte 5 °C. Aber auch das Alter spielt eine Rolle. Junge Menschen produzieren aufgrund einer höheren Stoffwechselrate automatisch mehr Wärme als ältere. Auch der Körperbau wirkt sich auf die Wahl des Schlafsackes aus. Stärker gebaute Schlafsackschläfer produzieren durch Verbrennung ihrer Fettreserven mehr Energie als ihre allzu schlanken Kollegen. Ebenso spielen Trainingsgrad und Erschöpfung eine Rolle für die Temperaturempfindung im Schlafsack.

Dennoch bieten die Wertangaben auf den Schlafsäcken einen guten Anhaltspunkt, an dem man sich orientieren kann. Personen, die leichter frieren, sollten sich am Komforttemperaturwert orientieren und sich auch für einen Schlafsack mit ausreichend Reserve, einen ca 3-5 °C wärmeren Komfortbereich, entscheiden.

Schlafsäcke für Kinder

Gerade bei Kindern auf die passende Schlafsackgröße achten. Wählt man einen zu großen Schlafsack, nimmt man in Kauf, dass unnötig viel Luft erwärmt werden muss. Nur bei einer passenden Schlafsackgröße kann sich die Wärme richtig entwickeln und halten. Gerade bei Kindern heißt es hier Acht zu geben: In zu großen Schlafsäcken können Kinder aufgrund mangelnder Körperanpassung immer frieren.

Eine gute Option stellen hier mitwachsende Schlafsäcke dar. Mittels Reißverschluss lässt sich der Schlafsack ganz einfach um bis zu 30 cm. verkürzen und später, wenn das Kind größer ist, wieder hinzuzippen. Eine Schlafsack-Investition, die sich lange lohnt.

Praktische Anti-Slip Zone: Rutschfrei auf der Matte

Auf so manchen Schlafsackmodellen zu entdecken ist die neue Anti Slip-Zone Solche rutschfreie Zone kannte man ja bisher nur von den Matten. Genoppte Querstreifen an der Schlafsack-Unterseite sollen verhindern, dass der müde Outdoor-Enthusiast im nächtlichen Tiefschlaf unfreiwillig die weiche Unterlage verlässt.

Schlafsackfüllung

Bereits bei der Füllung muss eine Grundsatzentscheidung getroffen werden. Schlafsäcke mit Kunstfaser-Füllung sind in den letzten Jahren immer leistungsfähiger geworden, erreichen aber nach wie vor nicht die Isolierleistung von Modellen mit Daunen-Füllung. Außerdem sind sie steifer, schwerer und haben ein größeres Packvolumen. Jetzt das große „Aber“: Mit Kunstfaser gefüllte Schlafsäcke trocknen viel schneller. Und wenn sie feucht sind, isolieren sie besser als feuchte Daunen. Das ist nicht gerade unwichtig, denn Feuchtigkeit droht nicht nur von außen, sondern auch von innen durch Körperfeuchtigkeit. Immerhin zwischen 250 bis 500 Milliliter pro Nacht! Interessant bei Kunstfaser ist auch die Tatsache, dass Kunstfaser im Schlafsack nicht gleich Kunstfaser ist.

Auflagedruck an der Rückseite und Faserbeschichtung

Die Art und Anzahl der Fasern variieren je nach Modell. Die einen kombinieren Hohlfasern mit Vollfasern. Manche verwenden sogar drei unterschiedliche Arten für einen Schlafsack. Alles mit dem Ziel, die Isolierleistung zu erhöhen und das Gewicht zu verringern. Und um ein zusätzliches Isolationsproblemfeld zu optimieren: die Rückseite. Dort nämlich komprimiert der Auflagedruck das Füllmaterial so, dass die Wärmeleistung verringert wird. Auch hier hat die Kunstfaser die Nase vorne, weil sich das Material nicht so stark zusammenpressen lässt. In einigen Daunen-Modellen finden sich deshalb Kunstfaser-Pads. Ähnlich verhält es sich beim Aufbauschen der Füllung nach dem Herausgeben aus dem Packsack. Weil die Kunstfasern oftmals mit Silikon beschichtet werden, bauschen sie besser auf, was natürlich die Isolierleistung erhöht. Manche Fasern werden auch mit Silber beschichtet, allerdings wegen zusätzlicher Wärmerückstrahlung bzw. für die Geruchsreduktion. Alle diese Kunstgriffe und hochwertigen Materialen helfen aber nur dann, wenn die Schlafsack-Architektur stimmt.

Schlafsackaufbau

Es gibt verschiedene Ansätze, wie man einen Schlafsack aufbauen kann. Dabei gilt es, das Isolationsmaterial dort zu halten, wo es hingehört, Kältebrücken zu vermeiden und eine bauschige Dreidimensionalität zu erzielen. Bei Daunen funktioniert das mit verschiedenen Kammersystemen. Günstigere Modelle werden oft durchgesteppt. Der Nachteil: Kältebrücken an den Nahtleisten. Hochwertige Drei-Jahreszeiten-Säcke tragen die Federn in Schräg-, H-, V- oder Trapezkammern. In die Hüllen werden Trennstege aus Nylon oder Polyesternetzstoffen eingesetzt, was das Verrutschen der Füllung und Kältebrücken verhindert. Im Gegensatz dazu setzt man bei Kunstfaser-Modellen die Füllung meist in Form von ein- bzw. mehrlagigen Matten ein. Entweder über die gesamte Länge oder als Schindelkonstruktion. Die Matten kleben punktuell am Hüllenstoff oder werden vernäht. Schlafsäcke der neuesten Generation weisen gar keine festen Verbindungen mehr auf, einfach um Kältebrücken zu vermeiden.

Schlafsackform

In Sachen Schnitt gibt es bei Schlafsäcken in erster Linie die Alternative zwischen Mumien- und Deckenschlafsack. Während die Deckenform große Bewegungsfreiheit bietet aber größere Lufträume zum Warmhalten produziert, erweist sich die Mumie als vermutlich flexibelste Lösung, was die Bandbreite des Einsatzes betrifft. Eine bemerkenswerte Zwischenlösung sind Schlafsäcke mit seitlichem Stretch. Zur individuellen Optimierung gibt es Modelle in verschiedenen Größen, beispielsweise als Kinder, Damen- oder Herrenvarianten. Andere tun sich damit hervor, den Füßen mehr Raum zu gewähren. Die Möglichkeiten der Optimierung sind vielfältig, persönliches Ausprobieren daher eigentlich unumgänglich. Das gilt auch für die Kapuze.

Kopfschutz bei Schlafsäcken

Weil die Wärmeabgabe zu 30 Prozent über den Kopf erfolgt, sollte die Kapuze gut gefüttert sein und vor allem gut sitzen. Ist sie zu klein, kann sie den Kopf nicht umhüllen. Ist sie zu groß, können klaustrophobische Gefühle und Atemnot entstehen. Ebenfalls schön warm halten sogenannte 3-D-Wärmekrägen. Sie bestehen aus einer dreidimensionalen Kammer, die den Halsbereich abdichtet. Wer in der Nacht schwitzend oder frierend munter wird, will dieses Problem mit einem Griff lösen. Ergo muss der Reißverschluss leichtläufig sein sowie zwecks Klimamanagement noch über einen Zwei-Wege-Mechanismus verfügen. Und innen mit einer Abdeckleiste abdichten. Dann steht einem traumhaften Schlaf unter freiem Himmel und im Zelt nichts mehr im Wege.

Pflegehinweise für den Schlafsack

Wer seinen Schlafsack liebt, der achtet auf ihn. Egal ob Kunstfaser oder Daune, mit einigen Tricks zur Schlafsackpflege beschert man ihm ein langes Leben.
  • Nach jedem Einsatz unbedingt lüften.
  • Schlafsack nicht rollen sondern mit dem Fußteil beginnend einfach in den Packsack stopfen.
  • Wird der Schlafsack länger nicht benutzt, fühlt er sich im entspannten Kompressionssack am wohlsten.
  • Bei der Wäsche ein Spezialwaschmittel verwenden, damit bei der Daune der feine Fettmantel erhalten bleibt und bei der Kunstfaser die Silikonbeschichtung.
  • Bevor man den Schlafsack in die Waschmaschine steckt, sollte man nachsehen, ob der Tumbler mindestens 7 Kilo verträgt. Viele Hauswaschmaschinen tun das nämlich nicht. Die Alternative: Waschen in der Badewanne.
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