Risiken des Bergsteigens für Ihr Herz

Herzkrankheit – und jetzt nie wieder Bergsteigen?

Auch wenn laut Bergrettung rund 4 Prozent aller Bergung aufgrund von Herz-Kreislaufproblemen nötig waren, bedeutet das nicht, dass man nie wieder Bergsteigen kann. Hier erfahren Sie wer wirklich gefährdet ist und wie sie auch mit einer Herzkrankheit den Berg genießen können.

Wer ist gefährdet?

Die am meisten gefährdete Gruppe sind nicht, wie vielleicht gedacht, die Menschen mit diagnostizierten Vorerkrankungen des Herzens, den diese sind auf den Bergen wesentlich bewusster unterwegs und treffen in der Regel geeignete Maßnahmen, die ihnen auch nach einem Herzinfarkt den Aufenthalt in großen Höhen weitgehend risikominimiert erlaubt.
Laut Risikoprofil sollten sich die bislang gesunde, jedoch eher unsportlicher ältere Menschen auf den Bergen am meisten schonen. Zusätzlich erhöhen folgende Punkt das Risiko:
  • arteriellem Blutdruck
  • Diabetes Mellitus
  • Übergewicht
  • Rauchen

Worin besteht die Gefahr?


Was dem vorgeschädigten Herzen in Höhenlagen den größten Stress bereitet, ist der atmosphärische Sauerstoffmangel. Das heißt, es besteht ein mit der Höhe zunehmendes Missverhältnis zwischen Sauerstoffangebot und -nachfrage, der Körper braucht mehr Sauerstoff als er aus der Lusft aufnehmen kann.
Dieses Defizit kann dazu führen, dass einzelne, ohnehin schon minderdurchblutete Herzmuskelbereiche nicht mehr ausreichend Sauerstoff erhalten. Höhen bis etwa 3.000 Meter sollten allerdings für Menschen mit stabiler koronarer Herzkrankheit kein wirkliches Problem darstellen. Tatsächlich treten bei solchen Personen statistisch gesehen kardiale Ereignisse wie ein akuter Infarkt in der Höhe nicht häufiger auf als im Tal. Was aber nicht bedeutet, dass Menschen mit Vorerkrankungen ohne Vorbereitung bergwärts streben sollten.

Vorbereitungen auf einen längeren Aufstieg

Auch wenn man schon unmittelbar nach einem Infarkt oder einer Herzklappenoperation ein geeignetes Rehabilitationsprogramm absolviert hat sollte vor dem Aufstieg in große Höhen eine sportmedizinische Beratung und Untersuchung vorgenommen werden.
Ein Belastungs-EKG zur Ermittlung der Pulsobergrenze darf dabei nicht vergessen werden. Wer hier 120 bis 150 Watt problemlos erreicht, sollte gut gerüstet sein.
Untersuchungen belegen ein gewisses Risiko einer unregelmäßigen Herztätigkeit in den ersten Tagen eines Höhenaufenthaltes nach intensiver Belastung. Aus diesem Grund empfiehlt es sich darüber hinaus, zu Beginn eines längeren alpinen Ausfluges – zum Beispiel einem mehrtägigen Höhentrekking – den Körper zu schonen, bis ein gewisser Grad an Höhenakklimatisation erreicht ist. Auch diese Tatsache spricht für eine Einbeziehung des Arztes samt einer Risikoabwägung vor einer größeren alpinen Aktivität.

Das positive Risikoprofil


Gute Nachrichten für alle Wanderfreunde mit Vorerkrankungen: in der Regel bleiben Sie bis in eine Höhe von 5.000 Metern von einem erhöhten Durchblutungsdefizit-Risiko verschont, wenn:
  • sie körperlich über das gesamte Jahr aktiv sind
  • ungefähr in drei bis vier Stunden ohne Rast vier- bis fünfhundert Höhenmeter bergauf schaffen
  • eine ungestörte Höhenanpassung aufweisen
Noch ein abschließendes Wort zum schon erwähnten Höhentrekking. Grundsätzlich entspricht hier das Risiko für Personen mit Vorerkrankungen jenem auf Normalhöhe. Erfreulicherweise liegt es im Hundertstel-Prozentbereich, vorausgesetzt man bleibt unter 4.500 Meter Seehöhe.
Auch beim schönsten Wanderspaß dürfen Sie nie vollkommen auf die mangelnden medizinischen Infrastruktur in großen Höhen und Ihre Pulsuhr vergessen.
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