Protektoren

So sind Sie optimal geschützt

Alle Jahre zu Beginn der Wintersaison kehrt sie wieder, die Diskussion über die Sicherheit beim Skifahren. Völlig zurecht natürlich, wenn man einen Blick auf die Pisten wirft. Denn moderne Aufstiegshilfen haben zwar die Wartezeiten erfreulich reduziert, dafür tummeln sich auf den Abfahrten mehr Skiläufer und Boarder denn je. Ganz zu schweigen von den Gefahren, die im freien Gelände lauern. Unfälle sind daher vorprogrammiert und passieren in großer Häufigkeit. Das obligatorische Tragen von Skihelmen war daher längst überfällig. Schon heute schützen viele kluge Menschen ergänzend dazu den Rest ihres Körpers mit Protektoren. Wer in der Skihütte aufmerksam seinen Blick schweifen lässt, kann eines unschwer feststellen: Nicht nur der Helm hat Saison, unter den Anoraks der Skifahrer verbergen sich immer öfter auch Protektoren.

Allgemeines über moderne Schutzkonzepte

Grundsätzlich kann man hier zwischen zwei Konzepten unterscheiden: separate Protektoren zum Darunterziehen. Und Protektoren, die in die Bekleidungsstücke integriert sind. Bei beiden Konzepten befindet sich der Schutz in erster Linie an den am meisten gefährdeten Stellen, also am Rücken (Hals, Wirbelsäule, Steißbein, Hüfte, Nieren) und an den Oberschenkeln. Freestyler schützen sich auch mit speziellen Pads an Ellbogen, Knie oder Handgelenken. In jedem Fall gilt, dass Protektoren gut sitzen müssen, die Bewegungsfreiheit jedoch nicht einschränken dürfen. Am Materialsektor wurde dafür in den letzten Jahren ganze Arbeit geleistet. So liegen heute Protektoren in den Regalen, die nicht nur minimal auftragen und maximal flexibel sind, sondern auch extrem gut Aufprallenergie absorbieren und zudem mit voller Atmungsaktivität überzeugen.

Schutz für jeden Einsatzbereich

Selbstverständlich hängt die Ausstattung mit Protektoren ganz wesentlich davon ab, wo man sich bewegt. Wer auf der Piste ein Maximum an Sicherheit erreichen will, dem sei neben dem Helm unbedingt ein Rückenprotektor ans Sportlerherz gelegt. Mit der Erfahrung aus dem Motorradsport absorbieren gute Modelle bis zu 95 % der Aufprallenergie. Vor allem für Snowboarder empfehlen sich auf der Piste auch Handgelenksschoner. Am besten solche die sich an der Rückseite des Handgelenks unter dem Handschuh tragen lassen und volle Beweglichkeit garantieren. Damit bleibt das verletzbare Handgelenk bei Stürzen trotz Abstützen geschützt. Zudem verhindern sie eine Überstreckung des Handgelenks und absorbieren Druckkräfte.

Hard oder Soft

Der zentrale Sinn im Leben eines Rückenprotektors ist das Dämpfen von Schlägen auf den Rücken und das Schützen der Wirbelsäule bei Stürzen. Auch hier unterscheidet man zwei Arten: Soft-Protektoren mit Knautschzone und Hardshell-Modellen mit Hartplatten-Schutzsystem und einer Softschaum-Polsterung auf der Rückeninnenseite, die bei einem Sturz den Aufprall dämpft. Die einzelnen ineinandergreifenden Außenplatten dämpfen den Aufprall nämlich nicht. Vielmehr ist es ihre Aufgaben, den Druck möglichst großflächig zu verteilen. In Softprotektoren stecken integrierte Polster aus weichem Dämpfungsmaterial, das sich beim Aufprall verhärtet. Ihr Vorteil: Sie lassen sich komfortabel tragen und gewähren genügend Bewegungsfreiheit. Das heißt, sie entsprechen den Ansprüchen des „normalen“ Hobbyskifahrers optimal. Allen Racern und Extrem-Ridern hingegen seien die Hartschalenprotektoren empfohlen.

Protektor für jede Zielgruppe – der optimale Sitz ist entscheidend

Damit Protektoren maximale Schutzwirkung erzielen können, müssen sie auf jede Zielgruppe abgestimmt sein. Also von der speziellen Damenlinie bis hin zum sportlichen Nachwuchs. Wichtig sind Passform, Tragekomfort und Schlagschutzwirkung. Die optimale Schutzwirkung hängt unter anderem davon ab, ob der Protektor bequem und richtig sitzt und die Bewegungsfreiheit nicht einschränkt. Weitere Kriterien:
  • Stoßdämpfung
  • Handhabung
  • Gewicht
  • Verarbeitung
  • Verteilung der Schlagkraft
Letztere ist bei sogenannten Softprotektoren gleichmäßig auf die gesamte Aufprallfläche verteilt.  Bei Hartschalenprotektoren hingegen wird die aufschlagende Kraft durch punktuelle Verteilung an den Rand transportiert.

Perfekt abseits der Piste

Klar, dass auch im Gelände der Helm keinesfalls fehlen darf. Statt eines separaten Protektors kann hier eine Protektorweste noch mehr Vorteile ausspielen. Denn die Protektoren sind im Rückenteil eingelagert, sehr elastisch und schränken den Fahrer in seiner Bewegungsfreiheit überhaupt nicht ein. Bei diesen Hightech-Modellen werden die Protektoren erst bei einem starken Schlag, wie etwa bei einem Sturz, plötzlich hart. Dafür sorgen Moleküle, die sich bei Krafteinwirkung blitzartig zusammenziehen. Damit auch die Beine heil bleiben, schlüpft der gesundheitsbewusste Sportler in die Protektorhose. Sie schützt Steißbein, Oberschenkel und Hüften vor harten Aufprallen und erhöht den Spaßfaktor beim Freestylen. Jacken und Hosen gibt‘s natürlich auch in Kombination als Anzug. Letztlich bleibt es natürlich jedem selbst überlassen, mit welchen Material er wo unterwegs ist. Die Hauptsache ist: geschützt!

Probieren statt studieren

Tatsächlich gibt ist nur einen Weg, den passenden Protektor zu finden. Man muss ihn vor dem Kauf probieren. Denn wenn er nicht perfekt sitzt, kann er bei einem Sturz verrutschen. Damit verliert er automatisch seine Schutzwirkung. Über die perfekte Passform hinaus muss der Protektor die komplette Wirbelsäule sowie Schulter- und Lendenbereich abdecken. Kleiner Tipp: Beim Probieren den Oberkörper beugen, biegen und drehen. So lässt sich schon im Geschäft feststellen, ob der Protektor richtig sitzt und genügend Bewegungsfreiheit bietet. Ob man sich für den reinen Protektor, eine Protektorweste oder eine langärmlige Jacke mit Rundumschutz entscheidet, hängt vom jeweiligen Einsatzgebiet und der Fahrweise ab. Letzter Hinweis: Genau wie Helme leben auch Protektoren nur eine gewissen Zeit. Ganz einfach, weil das Material nach 5 bis 6 Jahren ermüdet. Nach einem gröberen Sturz gilt ohnehin nur eine Devise: sofort austauschen!
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