Notfallausrüstung Rucksackapotheke

Was Sie immer dabei haben sollten

Natürlich will man vor dem Wandern und Bergsteigen nicht gleich den Teufel an die Wand malen. Doch über Stock und Stein lauert auch für den trittsichersten Wandersmann immer wieder die Gefahr, sich zu verletzen. Wer sich im Verletzungsfall nicht nur auf Medicopter und Bergrettung verlassen will, packt deshalb eine kleine und praktische Rucksackapotheke für die Erste Hilfe ein. Fragt sich nur, was da alles hineingehört?

Multifunktionelle Tapes

Hier muss zuallererst einmal festgestellt werden, dass fixfertig angebotene Sets oftmals mit viel zu umfangreichen und nicht unbedingt notwendigen Utensilien ausgestattet sind. Ganz sicher eines der am häufigsten benötigten Bestandteile ist das Leukoplast, oder noch besser Leukotape. Damit lassen sich die gezerrten Finger eines Kletterers genauso tapen wie die Fersen zur Blasenvorbeugung. Ja im Notfall kann ein Tape sogar ein Steigfell bei nachlassender Klebekraft am Ski fixieren oder den Rucksack provisorisch reparieren. Zum Bedecken größerer Wunden sorgt man mit sterilen Kompressen vor, die mit einer leicht elastischen Mullbinde oder eben einem Tape fixiert werden.

Kälteschutz

Weil die Optik auch beim Bergsteigen immer wichtiger wird, kann man statt eines klassischen Dreieckstuches auch ein modisches Hals- oder Kopftuch einpacken. Neben der Herstellung unzähliger behelfsmäßiger Verbände ermöglichen zwei Stück davon zudem eine sehr großflächige Versorgung wie etwa am Rumpf, aber auch das Fixieren von behelfsmäßigen Schienen. Bei großen Unternehmungen und bei Gruppen macht es aber durchaus Sinn, eine SAM-Splint-Leichtgewichtsschiene dabei zu haben. Ob eine Aludecke schlau ist, darüber scheiden sich die Geister, weil gegen Wind und Wetter ohnehin nur ein Biwaksack wirklich hilft, sofern man ihn dabei hat. Wesentlich wichtiger ist es, für den Notfall eine Sitzmatte oder Reservekleidung als Kälteisolation, vor allem gegen Bodenkälte, dabei zu haben. Vorbeugend sollte eine Sonnencreme nicht fehlen. Achtung bei Kälteschutzcremen: jene, die Wasser enthalten, können Erfrierungen sogar begünstigen.

Signalwirkung

Fixe Bestandteile der Rucksackapotheke sind auch Dinge, die es in einer normalen Apotheke gar nicht gibt. Nämlich Signalspiegel, Trillerpfeife sowie Papier und Bleistift. Letztere, um Nachrichten dem ins Tal um Hilfe eilenden Kameraden mitzugeben. Erstere, um auf sich aufmerksam zu machen. Eine ultrakleine Taschen- bzw. Stirnlampe und eine kugelschreiberkleine Leuchtrakete mit drei Patronen können den Rettern ebenfalls wertvolle Hinweise auf den eigenen Standort liefern.

Vorsicht bei Medikamenten

Zuletzt wenden wir uns dem Thema Medikamente zu. Bei den Wunddesinfektionsmitteln ist zu beachten, dass sie wie Medikamente im Allgemeinen nur relativ kurz halten. Ein Tausch empfiehlt sich alle zwei Jahre.  In Wahrheit wiegen sie mehr als sie bringen. Denn Bagatellverletzungen bedürfen keiner Desinfektion, größere Wunden müssen ohnehin ärztlich versorgt werden. Eine sofortige Desinfektion am Ort des Unfalles ist in unseren Breitegraden innerhalb eines Tages kaum notwendig. Viel wichtiger sind Eigenmedikamente. Also Mittel zum Beispiel gegen Asthma oder Insulin bei Zuckerkranken. Schmerzmedikamente lindern zwar Schmerzen, können aber lästige Nebenwirkungen nach sich ziehen. Ganz zu schweigen von Unverträglichkeitsreaktionen. Bei Kreislaufmitteln empfiehlt es sich, vor Verabreichung den Blutdruck zu messen. Ganz allgemein lässt sich zu diesem Thema sagen, dass die Medikamentenabgabe durch medizinisch ungeschulte Menschen immer problematisch ist und ein Restrisiko bleibt.

Überblick: Das sollte unbedingt im Rucksack sein:

  • Signalspiegel aus Metall
  • Trillerpfeife
  • Zettel und Bleistift (Kugelschreiber kann einfrieren)
  • Kleine Taschen- oder Stirnlampe
  • Kleine Leuchtrakete mit drei Patronen
  • Teelichter
  • wasserfeste Streichhölzer
  • Leukotape
  • Vier sterile Kompressen
  • Zwei Hals-, Kopf- oder Dreiecktücher
  • Sonnencreme bzw. Sunblocker
  • Taschenmesser
  • Einmalhandschuhe
  • Heftpflaster für Bagatellverletzungen
  • Eigenmedikamente für den Notfall
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