Laufschuhe

Worauf es ankommt

Wer im Sportfachhandel seines Vertrauens nach Laufschuhen fragt, ist einerseits zu beneiden. Andererseits wieder nicht. Denn das Angebot ist ähnlich vielfältig wie die Kriterien, auf die es beim Kaufen ankommt. Die Frage lautet: Welche sind für mich die besten?

Schuhe anziehen, zubinden, loslaufen! – Klingt ganz einfach und ist es eigentlich auch. Vorausgesetzt man hat davor beim Kauf seiner Laufschuhe die richtige Entscheidung getroffen. Denn das passende Modell für Läufer A kann für Läuferin B eine echte Krücke sein. Ob passend oder nicht, hängt nämlich von vielen verschiedenen Faktoren ab. Das Geschlecht und die orthopädischen Vorrausetzungen spielen genauso eine Rolle wie Körpergewicht, Lauftechnik sowie Laufumfang und wie die aktuelle körperliche Verfassung aussieht. Scheint also wirklich alles ziemlich kompliziert zu sein, ist es aber gar nicht.

Folgende Händler bieten neben professioneller Beratung auch eine Fußanalyse an, um den perfekten Laufschuh zu finden

Von Anfang an

Man kann das Thema perfekter Laufschuh unterschiedlich angehen. Zum Beispiel mal ganz grundsätzlich mit der idealen Passform. Entscheidend ist hier zunächst der Sitz im Vorfußbereich. Weil der Fuß im Schuh rutscht, freut er sich über ein Modell, das eine halbe Nummer größer ist. Oder anders gesagt: Eine Daumenbreite sollte vorne noch Platz sein. Im Mittelfußbereich hingegen empfehlen sich Schuhe, deren Schaftmaterial fest am Fuß anliegt. Keinesfalls darf es Falten werfen. Hinten an der Ferse gilt es darauf zu achten, dass der Fuß nicht herausschlüpft, weil sonst die Achillesferse schnell Probleme ans Großhirn meldet. Soweit einmal die Passform.

Laufen mit Stil

Über diese „Basiseinstellungen“ hinaus muss man auch darauf achten, ob man Vorfuß-, Mittelfuß oder Fersenläufer ist. Vorfuß- und Mittelfuß-Lauf sind eigentlich die ursprünglichste und natürlichste Form des Laufens. Die weite Verbreitung des Fersenfuß-Laufens ist der jahrhundertelangen Anpassung des Bewegungsapparates an die Schuhmode geschuldet. Was fürs Laufen anatomisch betrachtet nicht ganz unproblematisch ist. Deshalb hat man vor vielen Jahren damit begonnen, im Fersenbereich zu dämpfen, was im Übrigen die Geburtsstunde der Laufschuhe war. Heute gibt es zum Glück Laufschuhe für jeden Laufstil, sogar unter Berücksichtigung individueller anatomischer Besonderheiten, die aus der jeweiligen Beinstellung resultieren. Also Supination und Pronation, die man idealerweise im Rahmen einer gründlichen Laufanalyse am Laufband analysiert. Aber natürlich kann man Laufschuhe auch nach ihrem Einsatzgebiet unterscheiden.

Verschiedene Kategorien von Laufschuhen

Um es dem Konsumenten ein wenig einfacher zu machen, kann man Laufschuhe in verschiedene Kategorien einteilen. Man unterscheidet zwischen Straßen-, Trail- und Natural-Running.
Auf der Straße benötigt der Fuß auf hartem Asphalt viel Dämpfung, in vielen Fällen auch etwas Unterstützung beim Abrollverhalten. Solche Modelle nennt man dann wenig überraschend „gestützte Modelle“, im Gegensatz zu den „neutralen Modellen.“ Ob Stütze oder nicht, entscheidet nicht das Licht, sondern eine gründliche Laufanalyse. Ähnliches gilt für alle, die im Gelände laufen wollen. Wenngleich sich hier die Füße und damit auch die Schuhe vor besondere Herausforderungen gestellt sehen. Deshalb ist die Sohle von Trailrunning-Schuhen nicht nur etwas steifer, sondern auch gröber. Die Dämpfung spielt eine geringere Rolle. Dafür präsentiert sich das Obermaterial robuster und ist idealerweise wasserabweisend. Insgesamt sind Trail-Running-Modelle stabiler gebaut und geben den Knöcheln wegen der erhöhten Umknickgefahr mehr Halt. Allerdings macht der Fortschritt auch bei den Laufschuhen nicht Halt. Neue Materialien insbesondere für den Zwischen-Sohlenbereich eröffnen ganz neue Möglichkeiten und heben die Grenzen zwischen den traditionellen Laufschuhkategorien immer mehr auf.

Stabilitätslaufschuhe

Schuhe aus dem Stabilitätssegment haben einen bemerkenswerten Wandel hinter sich.
Waren sie früher wuchtig mit massiven Stützelementen, präsentieren sie sich heute in deutlich abgespeckter Form. Denn das aktuelle Motto bei Laufschuhen lautet: So viel Stabilität wie notwendig, aber so wenig wie möglich. Um für den Einzelnen den jeweils passenden Kompromiss zu finden, lässt der professionelle Sportfachhandel den Käufer im Shop den einen oder anderen schnellen Schritt tun und nutzt idealerweise auch die Videoanalyse. Zum Beispiel, um der schon oben beschriebene Überpronotation mit ausreichenden Stützelementen zu begegnen. Wenngleich man in den letzten Jahren im maßvollen Abknicken des Fußes auch ein nützliches Dämpfungssystem des Körpers erkannt hat, das die Stoßbelastung während des Laufens verringert. Deshalb werden im Gegensatz zu früher die Stützelemente im Schuh heute leichter und flexibler ausgeführt. Mit dem Effekt, dass die seitliche Abweichbewegung beim Aufsetzen nicht mehr einfach gestoppt wird, sondern sanft eingebremst. Was eben insgesamt zu abgespeckten Schuhen führt. Also zu Modellen mit weniger Gewicht, Dämpfung, Standhöhe in denen der Fuß mehr Freiheiten genießt

Natural Running Schuhe

Freiheit ist auch eines der Stichwörter, die uns zum Thema Natural Running führen, das mittlerweile mehr als nur einen Trend ist. Sondern das ideale Laufvergnügen für alle, die bei jedem Schritt mehr spüren und ein natürliches Laufgefühl genießen wollen. Bei Schuhen dieser Gattung wird bis zum absoluten Minimum abgerüstet. Soll heißen bis zum völligen Fehlen von Dämpfung und Sprengung. Innerhalb dieses Minimalismus eröffnet sich eine weite Range an mehr oder weniger unterschiedlichen Schuhen, die sich durch folgende Eigenschaften auszeichnen:
  • sehr geringes Gewicht
  • extrem dünne Laufsohle mit hoher Flexibilität (Abrollen über den Vorfuß)
  • Unterteilung der Sohle meist in einzelne Segmente
  • Fehlen der Fersenkappe, weil die eigenen Muskulatur stabilisieren soll
Dazu zwei ganz wichtige Hinweise: Erstens ist professionelle Beratung im Shop bei diesen Laufschuhen besonders wichtig. Zweitens bedarf es kräftiger Fuß- und Beinmuskulatur sowie ausgefeilter Technik, um körperliche Schäden beim Laufen mit diesen Modellen aus dem Weg zu gehen. Womit wir bei den Wettkampfschuhen wären

Wettkampf-Laufschuhe

Grundsätzlich versteht man unter Wettkampfschuhen äußerst leichte Laufschuhe für erfahrene Läufer, die Straßenwettkämpfe vom Volkslauf bis zum Marathon absolvieren bzw. ein schnelles Lauftraining bevorzugen. Sie sind die Leichtgewichte (bis max. 250 g) unter den Laufschuhen mit einem besonders flachen Schuhaufbau sowie mit gebogenen Leisten für einen dynamischen Abdruck. Das heißt, bei der Beschleunigung der Füße, also insbesondere nach jedem Auftreten und beim Abdrücken, wird überproportional Energie gespart. Und zwar deshalb, weil durch ihre Härte die Sohle nach dem Abdrücken schnell wieder in ihre Ausgangsposition zurückkehrt. Zusätzliche Vorteile: Die Schuhe überzeugen mit einem äußerst guten Bodenkontakt und ermöglichen ein hervorragendes Feeling für den Untergrund. Ebenfalls wichtig: Das Laufen mit Wettkampfschuhen setzt einen ausgefeilten Laufstil voraus. Und ihre Haltbarkeit ist beschränkt. Nach 400 Kilometern ist in der Regel Schluss.
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