Laufen für Kinder

Für mehr Freude am Laufen

Für Kinder ist Laufen das Natürlichste der Welt. Mit altersgerechtem Training kann man dafür sorgen, dass diese Freude an dieser Form der Bewegung bis ins Erwachsenenalter anhält.

Schon wenn Kinder auf die Welt kommen, tragen die Lust am Laufen quasi als evolutionäres Erbe in sich. Es resultiert aus der Tatsache, dass es für unsere Vorfahren geradezu überlebenswichtig war. Und zwar beim Jagen und auf der Flucht vor Feinden. Weil wir heute auf Nahrungssuche in den Supermarkt gehen und in einem vergleichsweise sicheren Umfeld leben, hat dieses Erbe diesbezüglich an Bedeutung verloren. Gewonnen haben hingegen der gesundheitliche Aspekt sowie die Freude an der Bewegung.

Laufen ist gut für die körperliche Entwicklung von Kindern

Laufen liegt also in der Natur jedes Kindes. Umso leichter sollte es fallen, die Kleinen nachhaltig in den Laufsport einzuführen. Die alte Mähr, wonach Kinder in der Wachstumsphase gezielte sportliche Aktivitäten eher meiden sollten, stimmt nämlich ganz und gar nicht. Vielmehr wachsen durch regelmäßige Bewegung sowohl Halte- als auch Stützapparat mit. Ebenso positiv entwickelt sich die Koordination. Durch das frühe Erlernen der Lauftechnik lassen sich zudem Fehlbelastungen vermeiden und Fußfehlstellungen vorbeugen. Ganz zu schweigen vom Übergewicht, an dem ca. 20 Prozent der 6 bis 15-Jährigen heute leiden. Will man die Kids aus diesen so wichtigen Gründen fürs Lauftraining begeistern, ist das eine tolle Sache. Vorausgesetzt man macht es kindgerecht.

Kindergerecht: Mit Spaß und Abwechslung

Kindgerecht bedeutet vor allem altersgerecht. Also wie es der jeweiligen Entwicklungsphase entspricht. Je jünger, desto spielerischer könnte man als Faustregel definieren. Vielseitig soll heißen, auch andere Sportarten ins Lauftraining einzubauen, zwecks Spaß an der Abwechslung und zur zusätzlichen Ausbildung von Koordination und Beweglichkeit. Tatsache ist nämlich, dass ein gutes motorisches Fundament sowie ausgefeilte Technik die Basis für freudvolles und erfolgreiches Laufen als Erwachsener bilden. Aber zurück ins Kindesalter, wo abwechslungsreiche Übungen für Koordination und Schnelligkeit als wichtigste Elemente im Kindertraining gelten. Am besten kombiniert mit spannenden Aufgaben, die es zu lösen gilt und jedes Lauftraining zu einem kleinen Abenteuer machen.

Grundlagen-Ausdauertraining erst nach der Pubertät

Ganz und gar nichts hat das klassische Grundlagen-Ausdauertraining in den kindlichen Übungseinheiten verloren. Erstens weil Kinder langes Laufen langweilig finden. Zweitens weil die Kleinen Laktat nur sehr langsam abbauen, da die notwendige Anzahl an Stoffwechselenzymen noch fehlt. Grundlagentraining also bitte erst nach der Pubertät. Allerdings kann schon in ganz jungen Jahren die Teilnahme an Wettbewerben für zusätzliche Motivation sorgen. Weil genauso laufen wie Mama und Papa einfach super ist. Und weil die Medaille so schön und der Jubel im Ziel so aufregend sind. Zu viel Ehrgeiz kann aber kontraproduktiv sein. Erst recht, wenn er von den Eltern auf die Kinder projiziert wird. Spätestens in der pubertären Null-Bock-Phase ist dann Schluss mit Laufen. Andererseits motiviert nichts mehr als ein Umfeld, das aus Leidenschaft läuft. Vorbilder wie die Eltern, der Trainer aber auch gleichaltrige Freunde spielen eine wichtige Rolle. Wie auch das passende Schuhwerk.

Laufschuhe für Kinder

Kinderlaufschuhe sollten keine Mini-Imitate eines Erwachsenen-Laufschuhs sein. Darum empfiehlt es sich, solche Modelle gründlich unter die Lupe zu nehmen. Elemente zur Dämpfung und Stabilität dürfen keine Attrappen sein. Vielmehr müssen sie den Bedürfnisse des leichten, flexiblen und weniger kräftigen Kinderfußes punktgenau entsprechen. Hier gilt: Kinder brauchen weniger Dämpfung, aber eine flexiblere Sohle. Auch die Torsion spielt ein wichtige Rolle, also ob sich der Schuh leicht verdrehen lässt. Letztlich muss ein Kinderschuh im Bereich des Zehengrundgelenkes knicken, wo auch der Fuß beim Abrollen abknickt – und nicht in der Mitte der Sohle. Kleiner Tipp: Die Profis im SPORT 2000-Lauf-Fachgeschäft helfen bei der Suche nach dem perfekten Schuh für Ihre Kids.

5 Tipps für kindgerechtes Lauftraining

  • Gestalten Sie das Laufen interessant und möglichst abwechslungsreich nach dem Motto: mehr spielen als trainieren.
  • Sorgen Sie für eine abwechslungsreiche Laufstrecke. Unebenes Gelände mit kleinen Hügeln und Bäumen, das sich zum Slalomlaufen und kleinen Fahrtspielen eigenen, macht viel mehr Spaß als das Laufen auf Asphalt.
  • Bieten Sie motivierende Zusatzanreize. So etwa gemeinsames Laufen mit anderen Kindern und das gegenseitige messen der Fähigkeiten. Zum Beispiel ein Intervalltraining mit Mannschaften. Oder indem man einen Crosslauf als spannende Schatzsuche mit Kompass und Karte inszeniert.
  • Ältere Kinder finden an Wettkämpfen besonderen Gefallen. Wobei es hier nicht nur um Schnelligkeit gehen kann, sondern auch um die Entwicklung des Körpergefühls. Sieger kann derjenige sein, der seinen Belastungspuls am besten geschätzt hat. Der Vorteil: Bei diesem Spiel haben auch eher untrainierte Kinder eine Chance zu gewinnen.
  • Schützen Sie Kinder vor dem Überhitzen! Denn kleine Sportler schwitzen weniger als große. Durch den fehlenden Schweiß entsteht auf der Haut weniger kühlende Verdunstungskälte. Deshalb reagieren Kinder viel sensibler auf Wärme. Was hilft, ist viel trinken. Zirka 1,5 Liter über den Tag verteilt.
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