Kletterhelm

Worauf beim Kauf geachtet werden sollte

Seit im Jahr 1960 der erste echte Kletterhelm seine Arbeit aufnahm, sind die Kopfschützer bei Outdoor-Kletterern ein nicht mehr wegzudenkender Standard. Interessant ist allerdings, dass der Helm nun auch Einzug in die Kletterhallen hält. Gründe genug also, sich ein wenig damit auseinanderzusetzen. Man unterscheidet zwischen insgesamt drei Kletterhelmkategorien.

Hartschalen-Kletterhelm

Da wäre zunächst einmal das Hartschalenmodell, das als klassischer Kletterhelm gilt. Alpines Bergsteigen, Klettern und Höhlenklettern gehören zu seinen Stärken. Er besteht aus einer festen Kunststoffschale mit Lüftungslöchern. In diese ist eine Tragekorbausrüstung eingenietet. Wirkt Gewalt ein, wird die Energie damit über die ganze Schale verteil und über das Gurtsystem gedämpft. Im Raum zwischen Gurtsystem und Schale kann die Luft zirkulieren. Die Vorteile der Hartschalenhelme, die heut aus Polycarbonat, Nylon, ABS oder leichtem Carbon und Kevlar gefertigt werden sind nicht ohne. Sie erweisen sich als robust können öfter belastet werden und die Luft zirkuliert gut. Wie alles im Leben haben sie aber auch Nachteile: ihr relativ hohes Gewicht (300 bis 500g) und den eher geringen Tragekomfort. Anders die Inmold-Helme.

Inmold-Kletterhelme

Inmold-Helme sind Hartschaumhelme für Sportklettern, Bergsteigen und Klettersteige. Das dämpfende Material - entweder Polystyren oder Polystyrol - wird in eine dünne Kunststoffschale aus Polycarbonat oder ABS gespritzt. Wirkt Gewalt von oben ein, überträgt sich die Energie im Helm spürbarer als beim Hartschalenhelm auf den Kopf. Dafür allerdings kann der Helm mehr Energie von der Seite und hinten aufnehmen. Was in Summe zu Vorteilen wie besserem Seitenaufprallschutz, geringerem Gewicht und gutem Tragekomfort führt. Andererseits erweisen sich Inmoldhelme als relativ empfindlich. Also Vorsicht beim Verstauen im Rucksack. Und bitte nicht draufsetzen! Der Hybridhelm hingegen ist der Versuch, alle Vorteile der Hartschalen- und Inmold-Helme zu kombinieren. Er besteht aus einer härteren Außenschale und einem dämpfenden Hartschaumeinsatz im oberen Bereich. Vorrangig wird er beim Klettern, Eisklettern, Bergsteigen, Canyoning oder Höhlenklettern eingesetzt.

Auf welche Eigenschaften sollte man beim Kauf von Kletterhelmen achten?

Interessant auch, dass Kletterhelme unabhängig von der Kategorie unterschiedliche Verstellmechanismen und Polsterungen haben. Da gibt es etwa ein umlaufendes Kopfband oder Konstruktionen, bei denen das Band nur über den Hinterkopf verläuft. Die individuelle Größe lässt sich praktischerweise mittels Drehrad einstellen und der Kinnriemen wird in der Regel mit einem Steckverschluss gesichert. Aber das sind längst nicht alle Details, auf die es sich zu achten lohnt. Es gibt noch mehr. Für Licht im Dunkel erweist sich eine Stirnlampenhalterung als eine absolute Grundvoraussetzung. So gut wieder jeder Helm hat eine. Ebenfalls quasi State of the Art ist der schnallenlose Verstellmechanismus. Lüftungsschlitze sind teilweise mit Insektennetzen abgedeckt und Polsterungen können zur Reinigung herausgenommen werden. Weitere Details sind lichtreflektierende Drehknöpfe spezielle Luftkanäle für eine verbesserte Luftzirkulation und spezielle Damenmodelle, die Platz für einen Pferdeschwanz bieten.

Wann tauscht man den Kletterhelm?

Nach jeder ernsthaften Gewalteinwirkung muss der Helm erneuert werden! Auch dann, wenn Schäden nicht zu sehen sind. Jedoch ist nach drei bis fünf Jahren generell ein Wechsel zu empfehlen. Ohne Beschädigung, versteht sich, sondern einfach aufgrund von Materialermüdung. Aus Gründen der Sicherheit sollte aber jeder Helm - egal wie alt er auch sein mag - vor jedem Gebrauch auf Schäden kontrolliert werden.  
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