Klettergurt

Erfahren Sie alles über moderne Klettergurte

Was ein moderner Klettergurt können muss

Der Klettergurt ist das letzte Glied in der Sicherungskette. Seine Aufgabe: bei einem Sturz das Überleben sichern. Moderne Exemplare bieten aber auch beim Klettern und Hängen sowie im Handling bemerkenswerte Vorteile. Stichwort Bewegungsfreiheit: Die braucht man sowohl beim Sportklettern als auch bei anspruchsvollen Skitouren. Wenn das „Geschirr“ im Schritt oder an den Auflageflächen des Rucksackes reibt, dann macht es nur halb soviel Spaß. Das gilt auch dann, wenn man länger im Gurt sitzt und die Blutzirkulation Probleme macht. Deshalb müssen insbesondere die Hüftgurte gut gepolstert sein. Weiters von großer Bedeutung ist das einfache Handling. Sprich Gurte sollten schnell und unkompliziert anzulegen sein. Auch gut: ein praktisches Schnallen- und Verschlusssystem zum Verstellen.

Hier einige Eigenschaften moderner Klettergurte im Überblick
  • Eine anatomisch geformte und gut gepolsterte Hüftschlaufe transportiert den Schweiß nach außen, wo ihn abriebfestes Material erwartet.
  • Die zwei Beinschlaufen sind über ein Gurtband, dem sogenannten Beinschlaufensteg, verbunden.
  • Die Anseilschlaufe wiederum verbindet Hüft- und Beinschlaufe.
  • Unterschiedliche Schnallenkonstruktionen schließen und sichern die Hüftschlaufe und bei verstellbaren Modellen auch die Beinschlaufen.
  • Die Schnellverschlüsse bei modernen Modellen ersetzen das traditionelle Rückschlaufen.
  • Zwei Schnallen an der Hüftschlaufe ermöglichen die Zentrierung des Gurtes.
  • Materialschlaufen an den Seiten der Hüftschlaufe dienen der übersichtlichen und griffbereiten Aufbewahrung von Sicherungsgeräten.
  • Ein Tipp für komfortbewusste Kletterer: Überprüfen Sie beim Kauf die Hängebelastung des Gurtes, den Sie erwerben wollen. Nur so können Sie herausfinden, ob er den nötigen Hängekomfort bietet.

Unterschiedliche Typen von Klettergurten

Bei der Einteilung von Gurten unterscheidet man zwischen den folgenden vier Typen: Hüftgurt, Brustgurt, Kombigut und Kinderkombigurt. Der Hüftgurt, das am häufigsten verwendete System, verteilt ca. 80 Prozent der Hänge- und Sturzlasten auf die Beinschlaufen. Das garantiert optimalen Komfort. Der Brustgurt wiederum wird dann angelegt, wenn sich die Hüfte des Anzuseilenden zum Oberkörper hin nicht ausreichend verjüngt. Also wie es bei Kindern und Übergewichtigen der Fall ist. Die zusätzliche Verwendung des Brustgurtes korrigiert die Lage des Anseilpunktes und entlastet auf diese Weise die Rumpfmuskulatur. Deshalb ist er eigentlich immer zu empfehlen.  

Allround- und Alpingurte

Je nach Einsatzbereich unterscheidet man bei Hüftgurten zwischen Allroundmodellen, Alpin- bzw. Eisklettergurten, Sportklettergurten, Wettkampf- und Frauengurten. Typisch für Allroundmodelle sind die verstellbaren Beinschlaufen, ideal also für unterschiedliche Bekleidung und Personen. Bei Alpin- und Eisklettergurten sind zu öffnende Beinschlaufen von Vorteil. Praktisch, wenn man dickere Bekleidung oder gar Steigeisen trägt. Bei Alpingurten, die vor allem für Hochtouren eingesetzt werden, spielt situationsbedingt der Tragekomfort eine größere Rolle als der Hänge- und Sturzkomfort.

Sport-, Wettkampf- und Frauengurte

Das Wichtigste bei Sportklettergurten ist ihre Passgenauigkeit. Das garantiert volle Bewegungsfreiheit, während ausreichende Polsterung und anatomische Schnittform für das häufig zu erwartende Hängen und Stürzen wichtig sind. Bei Gurten für Wettkämpfe zählt vor allem das Gewicht. Entsprechend konzipiert sind Bauweise, Ausstattung und Materialien. Und bei Gurten für Frauen kommt es vor allem auf den anatomischen Schnitt an, oftmals verbunden mit einem speziellen Design.

Kombi- und Kinderkombigurt

Ein Kombigurt vereinigt Brust- und Hüftgurt in einem Geschirr. Die Vorteile: Der höhere Anseilpunkt verhindert ein Kippen des Oberkörpers nach hinten. Toll auch das einfache Handling und das meist geringere Gewicht und Packmaß im Vergleich zur getrennten Version. In der Kinderversion überzeugen Kombigurte mit umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten. Der Gurt wächst also mit. Kindergerechte, schmälere Bänder sorgen für weniger Gewicht und mehr Kletterspaß für Sprösslinge bis zu 40 Kilogramm.

Wie lange kann ich einen Klettergurt verwenden?

Wie lange die Lebensdauer eines Klettergurts ist, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Normalerweise sind es fünf Jahre, manchmal bis zu zehn. Länger sollte ein Gurt keinesfalls in Verwendung bleiben. Maßgeblich für die Lebensdauer sind vor allem die Art der Nutzung und die Intensität des Gebrauches an. Denn die mechanischen Belastung sowie die Reibung reduzieren die Festigkeit. Darüber hinaus können UV-Strahlung und Feuchtigkeit einen schnelleren Alterungsprozess auslösen. Und die Lagerung. Verwahrt man die Gurte richtig, überstehen sie locker fünf Jahre ohne funktionelle Beeinträchtigungen.
 

Vor Gebrauch kontrollieren

Im Interesse der eigenen Sicherheit macht es allerdings Sinn, sich nicht auf die oben erwähnten Zeitspannen zu verlassen. Vielmehr gilt es, immer ein Auge auf den Gurt zu haben und einige wichtige Regeln einzuhalten. So etwa muss der Gurt zwingend nach einem großen Sturz im Müll landen. Selbstverständlich auch dann, wenn er keine sichtbaren Schäden aufweist. Des Weiteren hat ein Gurt ausgedient, wenn sein Gewebe durch Schnitte, Abrieb oder aus anderen Gründen beschädigt ist. Gleiches gilt für Naht und Schnallen. Letztlich wandern Gurte ebenso dann ins Aus-gedinge, wenn man auch nur den geringsten Zweifel an ihrer vollen Funktionstüchtigkeit hegt.

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