Gefahren beim Bergsport

Mit Kenntnis der alpinen Gefahren sind Sie sicher am Berg unterwegs

Manche bezeichnen Bergsport als alpines Lebenselixier. Tatsächlich wirkt Bergsport bei physischer Unter- und psychischer Überforderung auf beeindruckend natürliche Weise. Beeindruckend ist leider auch die Zahl jener Wanderer, die in den Bergen verunfallen. Im langjährigen Schnitt sind das jede Bergsport-Saison etwa 122 Personen. Die häufigsten Unfallursachen: Sturz, Stolpern oder Ausrutschen, Verirren bzw. Versteigen sowie Herz-Kreislauf-Störungen. Die gute Nachricht lautet: Mit ein wenig persönlicher Vorbereitung, passender Ausrüstung und entsprechender Routenplanung plus Einschalten des Hausverstandes lassen sich diese Bergsport-Risiken auf ein Mindestmaß reduzieren.

Schnelle Wetterumschwünge

Mit dem Einschalten des Hausverstandes ist zum Beispiel gemeint, das unberechenbare Wetter in den Bergen immer im Auge zu behalten. Beim Durchzug von Kaltfronten, sprich Wettersturz, kann es auch im Sommer stark abkühlen. Vorher einfach zu bewältigende Wege sind kaum noch zu gehen und zu allem Überfluss droht Unterkühlung. Ganz zu schweigen vom jederzeit möglichen Schneefall, der Wegmarkierungen in Windeseile verdecken kann. Doch es reicht schon ein klassisches Sommergewitter mit Blitzschlag, Nebel und starkem Regen, um dem Wanderer die Orientierung sowie Ruhe zu nehmen. Umgekehrt drohen bei hohen Temperaturen Hitzeschlag und Sonnenstich. Aber auch diese Gefahren des Bergsports sind mit dem Hausverstand einfach zu minimieren. Und zwar durch das Einholen des aktuellen Wetterberichtes und die ständige Wetterbeobachtung.

Schneefelder und Lawinen

Weil wir gerade den Schnee erwähnt haben, bleiben wir doch gleich dabei. Denn besonders zu Saisonbeginn können Bergsport-Begeisterte auf Schneefelder treffen. Diese Überbleibsel des Winters halten sich in Rinnen und schattseitigen Hängen manchmal bis in den Sommer. Das Gefährliche an ihnen ist ihre Unberechenbarkeit, obwohl sie oft ganz harmlos aussehen. Stellenweise ist der Schnee weich und erweckt den Eindruck einfacher Begehbarkeit. Doch einen Meter weiter verändert er sich zu einer pickelharten Unterlage mit höchster Abrutschgefahr. Besonders kritisch sind dabei Felder, die nicht flach sondern in felsiges Gelände auslaufen. Intelligente Gegenmaßnahmen von Bergsportlern sind: vorheriges Abklären ob mit Schneefeldern zu rechnen ist, gutes Schuhwerk, ein leichter Pickel und Steigeisen. Quasi ein Schneefeld der besonderen Art sind Lawinen, die auch im Frühling aus höheren Regionen bis in höhere Tallagen vorstoßen können. Sie als primäre Gefahrenquelle zu betrachten, wäre zwar etwas übertrieben, dennoch sollte man Lawinen vor allem bei Wetterstürzen mit Schneefällen in Betracht ziehen. Wirksamste Gegenmaßnahme: defensives Verhalten und Verzicht auf Wanderungen im verschneiten Gebirge. Womit wir bei den Bergsport-Gefahren von Wasser in seiner flüssigen Form wären.

Wasser in wilder Form

Wildbäche schmücken die alpine Landschaft mit ihrer ungezügelten Kraft und Schönheit. Gleichzeitig darf ihr Gefahrenpotenzial nicht unterschätzt werden. Vor allem dann, wenn alte Schneefelder sie bedecken. Eine Überquerung erweist sich in solchen Fällen als eine Frage der Tragfähigkeit der Schneebrücken, die nicht immer eindeutig zu beantworten ist. Bei Überquerungen von offenen Bächen in den Morgenstunden liegt ein gewisses Risiko in vereisten Steinen oder rutschigem Gras. Und wenn Bersportler mit Kindern unterwegs sind, sollten sie die Anziehungskraft des Wassers auf die Kleinen immer im Hinterkopf haben. Wichtiges Detail: Bäche im Einzugsgebiet von Gletschern führen immer am Nachmittag das meiste Wasser. Das Gleiche gilt nach Gewittern, die mit ihren starken Regengüssen kleine Rinnsale oft in reißende Bäche verwandeln.

Vorsicht Steinschlag

Letztlich gilt es beim Bergsport, bei hochalpinen Wanderungen auch ein Auge für lockere Steine und Geröll zu haben. Sind Erstere einmal losgetreten, gefährden sie auch unterhalb gehende Bergsportler. Besonders im Frühjahr und nach starken Gewittern liegen viele lockere Steine auch auf ansonsten freien Wegen. Deshalb immer sorgfältig steigen oder bei der Wahl des Weges besonders umsichtig agieren. Am besten ist es, steinschlaggefährdete Bereiche überhaupt zu umgehen. Zum Beispiel Wege nahe an Felswänden und Steinschlagrinnen.

Fazit:

Trotz all der gerade erwähnten Gefahrenquellen ist Bergsport ein Freizeitvergnügen mit einem ziemlich überschaubaren Gefahrenpotenzial. Die wichtigste Regel lautet: Hausverstand einschalten und genießen!
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