Freeride-Ski

Alles über das Abenteuer abseits der Piste

Man stelle sich blauen Himmel und unberührte Hänge vor, über die man dank neuester Skitechnologie leicht und locker schwebt. Kein Wunder, dass Freeridern die Freude ins Gesicht geschrieben steht.

Freeride-Ausrüstung: was man als Freerider braucht

Die Bindung

Fürs Freeriden eigenen sich grundsätzlich alle hochwertigen Alpinbindungen. Wer mit Fellen auf den Berg will, benötigt klarerweise ein Modell mit Steigmechanismus. Souveräne Abfahrts-Performance kombiniert mit höchstem Gehkomfort und geringem Gewicht zeichnen spezielle Freeride-Bindungen aus.
 

Der Skischuh

Freeriden bedeutet speziell für den Schuh möglichst vielseitig zu sein. Stabilität in der Abfahrt und dennoch entspanntes Gehen sind wesentliche Faktoren, die es gilt zu erfüllen. Speziell der Innenschuh weist erhöhte Dämpfungseigenschaften auf, welche bei der Landung und schwierigen Passagen von Vorteil sind.
 

Die Kleidung

Klarerweise ist ein Helm ein absolutes Must-have. Immer mehr Freerider vertrauen aus gutem Grund auch einem Rückenprotektor. Denn er schützt die Wirbelsäule vor extremen Krafteinwirkungen, die bei einem Sturz entstehen können. Darüber hinaus sind Freerider mit moderner Skibekleidung aus Funktionsmaterialien gut bedient.
 

Lawinenausrüstung

Wie für Tourengeher gilt auch für Freerider: Die Ausrüstung ist erst dann komplett, wenn man ein Lawinen-Verschütteten-Suchgerät mit dabei hat. Plus zusammenklappbare Schaufel und Suchsonde zur Kameradenrettung.
 

 
Sonstiges

Dass vor einer längeren „Expedition“ auch ein gründlicher Check des Wetters und des Lawinenberichtes notwendig ist, versteht sich von selbst. Ebenso das Einstecken des Handys. Und bitte niemals alleine unterwegs sein, denn auch Profis fahren immer in der Gruppe.

Breite Skier = Viel Auflagefläche

Wer das Freeriden schon einmal versucht hat, schwärmt vor allem vom einmaligen Schwebegefühl. Es entsteht, wenn die Luft unter dem Ski seitlich wegströmt. Je länger sie dafür braucht desto genialer das Gefühl.
Man schwebt dank:
  • zusätzliche Breite
  • Rocker
  • 10-20 cm über Körpergröße
Bei den Rockern gilt: je höher der Anstellwinkel, desto größer ist auch der Auftrieb. Ein guter Kompromiss ist der sogenannte All-Terrain Rocker. Er verfügt über eine leicht angehobene Schaufel für optimale Performance in wechselndem und weichem Schnee und genug Vorspannung unter der Bindung für viel Präzision und Kantengriff auf eisigen Pisten und hartem Schnee. Breite und Größe der Freerider-Latten vergrößern die Auflagefläche zusätzliche und erhöhen das Schwebegefühl zusätzlich. Darüber hinaus spielt auch das Innenleben eines Freeride-Modells für das Feeling eine ganz entscheidende Rolle.

Im Kern aus Holz

Herstellerübergreifende Einigkeit besteht darüber, dass zu einem Freeride-Ski ein Kern aus Holz (vor allem Buche, Pappel, Tanne oder Espe) gehört. Er wird auf verschiedenste Arten mit unterschiedlichsten Materialien verbunden, die bei der Herstellung Verwendung finden, zum Beispiel mit Fiberglas.
Bei diesem Prozess wird der vorbehandelte Holzkern durch eine Maschine geführt, die ihn mit vorgeflochtenen Fiberglassträngen umwickelt. Durch diese einzigartige Methode erhält man einen Ski mit gut abgestimmter Torsionssteifigkeit und einem fehlerverzeihenden Charakter, ohne auf die Dynamik und den lebhaften Flex des Holzkerns verzichten zu müssen.
Ganz neu ist die Titanal/Torsions-Brückentechnologie. Hier werden speziell berechnete, geometrische Formen aus einem Titanalblatt ausgeschnitten, sodass ein Maximum an Torsionsstabilität erhalten bleibt und gleichzeitig das Gewicht deutlich reduziert wird. Am Ende entsteht so ein Ski, der in Kombination mit der typischen Freeride-Geometrie sowohl Stabilität als auch Laufruhe und Leichtigkeit vereint.
Doch es gibt noch weitere Tricks und Kniffe, den Ski speziell für Tiefschneeverhältnisse zu konstruieren.

Ultraleicht für Ladys

Ski mit sogenanntem Powdercam Rock zum Beispiel ermöglichen es, sich auf überraschend einfache Weise im Tiefschnee zu bewegen. Und zwar deshalb, weil Schaufel sowie Heck stark aufgebogen sind und relativ mühelosen Auftrieb garantieren. Dank der ausreichenden Vorspannung unter dem Fuß sind solche Modelle trotzdem laufruhig und spurtreu. Ganz im Sinne der Frauen sind auch Freeride-Modelle mit ultraleichtem Holzkern. Pappel- oder Eschenholz sorgen in Kombination mit einem ebenfalls sehr leichten Polyurethan-Stringer im Kern für Stabilität. Diese Modelle funktionieren nicht nur im Tiefschnee, sondern überall am Berg.

Skier mit Allround-Talent: Gelände- und pistentauglich

Wer nur gelegentlich ins freie Gelände switched, greift besser zu nicht ganz so breiten Modellen mit Allround-Eigenschaften. Wobei die Erfahrung zeigt, dass sich Latten mit Mittelbreiten von 90, 100 oder 110 cm auch überraschend gut auf der Piste fahren lassen. Zu den Allround-Skiern zählen zum Beispiel auch solche mit dem schon erwähnten All-Terrain-Rocker. Oder Bretter mit Titanal-Begurtung, die für hohe Torsionssteifigkeit sorgt, was mit besserem Kantengrip bei harten Pistenbedingungen einhergeht.
 Kleiner Tipp: Wenn es hart auf hart geht, dann empfiehlt sich ein Ski mit einer ABS-Seitenwangenkonstruktion, wo zwischen die einzelnen Lagen eine weiche Urethanschicht zum Einsatz kommt.
Sie dient dazu, den Aufschlag nach harten Landungen zu dämpfen. Wobei das Urethan ausschließlich im Bindungsbereich eingesetzt wird und die ABS-Seitenwände an Tip und Tail sowohl Kontrolle als auch Performance verbessern.
Womit wieder einmal deutlich wird, dass man sich nicht nur beim Einstieg in das Abenteuer Freeriden materialmäßig dringend im Fachhandel beraten lassen sollte.
 

 

Geschichte der Freeride-Skier

Alles begann in den siebziger Jahren, als die ersten Skifans aus Spaß abseits markierter Pisten im Tiefschnee nach frischem Adrenalin suchten. Sie jumpten über Buckel aus Stein, katapultierten sich von Felswänden und surften durch Felsrinnen.
Anfang der Neunziger gab es in Alaska dann die ersten Wettkämpfe. Heute ist Freeriden für alle Freunde der Freiheit und des Abenteuers das absolute Nonplusultra. Immer ausgefeiltere Bretter-Konstruktionen befeuern diese Lust am Riden durch freies Gelände ständig weiter. So weit, dass nun auch gemäßigt veranlagte Skifahrer in den Genuss dieser besonderen Art des Gleitens kommen können.
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