Daunenjacke

Erfahren Sie, welche Jacke Sie im Winter am besten warm hält

Gans oder Ente

Tatsächlich begegnen dem unterkühlten Outdoorfan Daunenjacken die so dünn sind, dass man sie als Isolierschicht unter einer Hardshell-Jacke tragen kann. Andere wiederum sind so dick, dass sie sogar hoch droben in den winterlichen Bergen warm halten. Apropos warm halten. Genau das tun Daunenjacken. Soll heißen, sie wärmen nicht, sondern isolieren. Die Wärme produziert klarerweise der Körper selbst. Daunen von großen alten Gänsen, die im kalten Klima gelebt haben und/oder in der kalten Jahreszeit gerupft wurden, würden die bessere Isolierung abgeben. Ihre Daunenflocken verfügen nämlich über die größte Bauschkraft. Daunen von Enten sind kleiner und bauschen weniger kräftig. Weil aber die Daunen oft Nebenprodukte der Fleischindustrie sind, stammen sie meist von eher jungen Tieren. Und da spielte es keine Rolle, ob von Gans oder Ente.

Step by Stepp

Kriterien für gute Daunenjacken gibt es viele. Nicht alles hängt von der Füllmenge ab, wie man vielleicht meinen könnte. Die Qualität der Daune spielt ebenso eine Rolle wie das Mischverhältnis  von Daune und Federn. Bei guten Jacken beträgt es meist etwa 90:10 zugunsten der Daune. Außerdem muss eine Daunenjacke konstruktionstechnisch in Kammern unterteilt sein. Dabei gilt mit einer kleinen Einschränkung: Je mehr, desto besser. Und zwar deshalb, weil die Schwerkraft, die Daunen nach unten zieht. Je mehr Unterteilungen, umso gleichmäßiger ist die Verteilung, wenngleich die dafür notwendigen Steppnähte eine Kältebrücke bilden. Deshalb gilt das Motto: Kammern so groß wie möglich und so klein wie nötig. Eine andere Alternative sind die sogenannten H-Kammer-Konstruktionen, bei denen zwischen Außen- und Innenstoff ein Stoffsteg eingenäht wird, der einige Millimeter bzw. Zentimeter breit ist. Diese Stege geben dann die Tiefe der dünnsten Stelle der Jacke vor.  Aber nun ein Blick auf jene Daunen-Alternative, von der schon eingangs die Rede war.

PrimaLoft

Viele behaupten ja, PrimaLoft sei auf dem Gebiet der synthetischen Wärmeisolation das fortschrittlichste Material, das man kriegen kann. Wie auch immer, interessant ist jedenfalls, dass PrimaLoft die Struktur der Daune imitiert, aber ihre Isolierleistung bei gleichem Packmaß nicht ganz erreicht. Primaloft ist extrem weich, leicht, atmungsaktiv, besitzt hervorragende wasserabstoßende Eigenschaften und ist wesentlich pflegeleichter als Daune. Letztere verliert bei jedem Waschgang an Wärmeleistung. Praktisch bei PrimaLoft ist auch die starke Komprimierbarkeit, weil sich Jacken dann superklein im Rucksack verpacken lassen. Weiterer Vorteil: PrimaLoft-Jacken erzielen bei sehr geringem Gewicht eine hervorragende Isolationsleistung. Außerdem isoliert die Kunstfaser auch in nassem Zustand noch sehr gut. Darüber hinaus trocknet sie sehr schnell wieder, da die Füllfasern mit Silikon geschützt sind. Mit diesen Vorzügen - und weil das liebe Federvieh keine Federn lassen muss - hat sich PrimaLoft einen guten Ruf erarbeitet.

Hochgeschlossen

Ansonsten gelten sowohl für Daunen- als auch PrimaLoft-Jacken relativ ähnliche Qualitätskriterien. Der Oberstoff ist in der Regel leicht, winddicht und stark wasserabweisend. Der Schnitt muss dafür sorgen, dass die Jacke gut am Körper anliegt, damit keine unnötige Energie für das Erwärmen von Hohlräumen aufgewendet werden muss. Auch die optimale Verschließbarkeit spielt für die Isolation eine wichtige Rolle. Eine Hüftkordel für die Regulierung des unteren Abschlusses kann daher nicht schaden. An den Ärmeln empfehlen sich Abschlüsse aus Gummibündchen in Kombination mit Klettbändern. Am Hals leisten trimmbare Krägen gute Arbeit. Und ob eine Jacke mit oder ohne Kapuze besser ist, liegt im persönlichen Empfinden des Trägers.
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