All Mountain-Ski

All Mountain Skier genau unter die Lupe genommen

Vor einigen Jahren war "All Mountain" noch ein kühnes Versprechen. Heute tragen Skier dieses Typs ihren Namen völlig zurecht. Denn sie sind tatsächlich wahre Allrounder und haben sich vom Nischenprodukt zu "Everybodys Darling" entwickelt.

Eigentlich sind All Mountain Ski ein Widerspruch in sich. Oder besser gesagt: die Quadratur des Kreises, um nicht gleich die Eierlegende Wollmilchsau zu bemühen. Warum ist schnell erklärt. Denn der Anspruch an diese Kategorie besteht im Wesentlichen einfach darin, einerseits auf der Piste drehfreudig, stabil, präzise und kraftvoll zu sein. Andererseits neben platt gewalzten Abfahrten genug Auftrieb für ein zünftiges Powder-Erlebnis zu garantieren. Und zwischen Buckeln und Bäumen vor Drehfreude nur so zu sprühen. Das Faszinierende daran ist: die All Mountains können das wirklich. Die einen mehr, die anderen weniger. Es kommt ganz darauf an, für welches Modell man sich in dieser zugegebenermaßen sehr breiten Produktgruppe entscheidet.

Pistengeheimnisse

So verwundert es auch nur wenig, dass die All Mountains in der Beliebtheit die reinen Pistenmodelle bereits überflügelt haben. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass dies in Zukunft so bleiben wird. Ganz einfach deshalb, weil diese Skier in der Praxis genau das halten, was sie im Brustton voller Überzeugung versprechen. Fragt sich nur: Wie schaffen die das? Natürlich verrät niemand seine Geheimnisse ganz. Aber so viel lässt sich Außenstehender schon sagen: Die aktuellen Modelle schaffen den Dreh durch Mittelbreiten zwischen 78 und 86 Millimeter, durch unterschiedlichste Rocker-Technologien und Rocker-Interpretationen sowie durch ein markant reduziertes Gewicht von Ski und Bindung. Was in Summe eine leichte Schwungauslösung und einfaches Driften ermöglicht ohne dabei auf ein angenehmes und sportliches Fahrverhalten verzichten zu müssen.

Breite Bretter

Diese geniale All Mountain-Konstruktionen führen dazu, dass die flexiblen Skier sogar für reine Pistenfahrer ein absoluter Gewinn sind. Und zwar deshalb, weil sich im Laufe eines Skitages die Pistenbedingungen oft grundlegend ändern. Zum Beispiel Eis am Morgen, Firn ab Mittag. Oder toppräparierte Piste in der Früh, Buckelpiste am Nachmittag. Kleiner Tipp: Pistenfans greifen zwecks maximalen Spaß oft zu Modellen mit Mittelbreiten zwischen 75 und 85 Millimeter. Anders im naturbelassenen Gelände. All jene, die die Piste regelmäßig verlassen, wählen nämlich am liebsten Latten die zwischen 85 und auch mal 95 Millimeter messen dürfen. Die gibt es ebenfalls im so breitbandigen All Mountain-Segment. Dennoch sind auch Bretter mit diesen Maßen absolut pistentauglich. Die Kunst liegt darin, sowohl Breite als auch Stabilität in Einklang zu bringen, was ganz offensichtlich gelungen ist. Aber kehren wir nochmals zum davor schon erwähnten Thema Gewicht zurück.

Trend zum individualisierten Ski

Es zeigt sich nämlich, dass der Skifahrer unserer Tage des Öfteren aus eigener Kraft den Berg hoch will. Denn dort liegen in der Regel die unberührten Tiefschneehänge. Verfügt der Ski über gewisse Aufstiegsqualitäten fällt das natürlich leichter. Dabei gilt: je weniger Gewicht, desto besser. Wenngleich wir hier bereits an eine Grenze stoßen, die schon in den Freeride- und Skitouren-Bereich hineinführt. Andererseits: Warum sollten wir an dieser Stelle nicht einen kurzen Blick über den Tellerrand werfen. Immerhin ist im Freeride- und Skitourensegement schon längst das Realität, was sich auch im konventionellen Bereich zusehends abzeichnet: die Möglichkeit nämlich, durch die Wahl einer auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnittenen Bindung den Ski zu individualisieren. Was in Summe natürlich dazu führt, dass nicht nur der Skilauf, sondern auch der Skikauf zu einem höchst spannenden Erlebnis wird.

Ein kurzer All Mountain Wordrap

Der typische All Mountain-Fahrer ...
... sucht vor allem Universalität. Soll heißen, in der wenigen Freizeit, die zur Verfügung steht, möglichst viele Spaß zu haben. Unabhängig vom Wetter und den Pistenbedingungen.

Die richtige Skilänge ...
... für leichtere und/oder weniger erfahrene Skifahrer beträgt Daumen mal Pi Körpergröße minus 5 bis 10 cm. Für schnelle Fahrer und noch besseren Auftrieb empfiehlt sich vor allem für schwerere Fahrer, zu einer Skilänge von Körpergröße plus 5 Millimetern zu greifen.

Neuerungen in diesem Winter ...
... betreffen vor allem das Gewicht. Moderne Holzkerne und Aufbauten, Leichtmaterialien wie Fiberglas und Carbon sind zwar im Tourenskibau nichts Neues, aber derzeit fließt sehr viel Know-how aus diesem Bereich in den allgemeinen Skibau ein.
nach oben