Akklimatisation

Tipps bei Bergabenteuern in großen Höhen

Zunehmende Höhe begrenzt die sportliche Performance.

Dabei gilt: Der Verlust beträgt ca. 10 bis 15% pro 1.000 Höhenmeter ab einer Höhe von 1.500 m. Auf 3.500 m ergibt das eine physiologische Einbuße von 20 bis 30% der maximalen individuellen Leistungsfähigkeit im Vergleich zum Meeresniveau. Wobei es in großen und extremen Höhen nicht nur die Herz-Kreislauffunktionen sind, die begrenzen, sondern vor allem die Atemfunktion. Einfach deshalb, weil oben der O2-Partialdruck abnimmt und das nur bedingt durch Intensivierung der Atmung ausgeglichen werden kann.

Akklimatisation – was ist das?

Unter Akklimatisation oder Akklimatisierung versteht man hier jenen physiologischen Prozess, der bei Exposition an die Höhe stattfindet, um die Sauerstoffversorgung der Gewebe trotz verminderten atmosphärischen Sauerstoffdrucks aufrechtzuerhalten.
  • Bis zu einer Höhe von 1.500 m bleibt die Leistungsfähigkeit weitgehend unverändert.
  • Zwischen 1.500 und 2.500 Meter ist eine Höhenakklimatisation nicht unbedingt erforderlich. In den ersten Tagen des Aufenthaltes kommt es aber zu einer verstärkten Atmung (Hyperventilation) in Ruhe und vor allem unter Belastung
  • Im Übergangsbereich zwischen mittleren und großen Höhen um etwa 2.500 m beginnt jenes Niveau, ab dem sich der menschliche Organismus gezielt akklimatisieren muss. Diesen Übergangsbereich nennt man daher die Schwellenhöhe.
  • An extreme Höhen kann sich der Mensch nicht mehr vollständig akklimatisieren. Damit ist auch ein dauerhafter Aufenthalt unmöglich. Das ist auch der Grund, warum die höchstgelegene ständig bewohnte menschliche Siedlung der Erde nicht höher als auf 5100 m Seehöhe liegt (La Rinconada, Peru).

Vorbereitung vor dem Gipfelsturm

Eine Vorbereitung vor dem Sturm eines hohen Gipfels ist eine Vorbereitung wichtig. Gerade bei Menschen mit Risiken wie Übergewicht, Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen und Diabetes. Aber auch deshalb, weil zu den ungewohnten Höhen noch Kälte, Hitze dazukommen, ist Gefahr im Verzug. Vorbereitung heißt hier, den Körper mehrmals pro Woche zu fordern. Insgesamt drei Stunden sollten es schon sein. Weniger als 20 Minuten Training an einem Stück bringen leider gar nichts. Wenn gerade mal kein Berg verfügbar ist, dann empfehlen sich Laufen, Radfahren und Schwimmen. Tatsache ist: Die Kombination aus Risiko, schlechter Vorbereitung und Überbelastung ist ganz sicher die gefährlichste.

Ausreichend Trinken ist essentiell.

In größeren Höhen ist darauf zu achten, dass man ausreichend trinkt – besonders bei entsprechender Anstrengung.  Ganz einfach deshalb, weil sich oben weniger Sauerstoff in der Luft befindet als unten. Alleine dadurch wird auch die Atmung schneller, was den Verlust an Flüssigkeit über die Bewegung hinaus weiter erhöht.
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