Achillessehne

Ursache von Verletzungen und Therapiemöglichkeiten

Achilleus war der stärkste Hero und schnellste Läufer der Griechen vor Troja. Nach einem Bad im Styx galt er praktisch als unverwundbar. Mit Ausnahme seiner Achillessehne. Dieses Erbe der Verletzlichkeit begleitet uns noch heute.

Die Achillessehne gilt als die kräftigste Sehne des menschlichen Körpers, die beim Sport eine ganze Menge auszuhalten hat. Umhüllt von einem zarten, vielschichtigen Gleitgewebe erweist sie sich vor allem beim Laufen als empfindlich. Die Beschwerdebilder sind oftmals langwierig und nicht ganz einfach zu behandeln, weil die Ursachen vielfältig sein können. Die Symptome lokalisieren sich in erster Linie im gerade erwähnten Gleitgewebe oder im eher schlecht durchbluteten mittleren Drittel der Sehne. Worin aber liegen die Ursachen für Entzündungen, Reizungen und Risse?

Breites Ursachenspektrum

Sehr häufig sind es plötzlich gesteigerte Laufumfänge bzw. Laufintensitäten, die der Sehne zusetzen. Die neuralgischen Zonen liegen in den Bereichen des Sehnenansatzes am Fersenbein und im Übergang vom Wadenmuskel zur Sehne. Weitere Gründe für Beschwerden können sein: abgelaufenes oder falsches Schuhwerk (z.B. mit zu geringer Sprengung) und eine Achsenabweichung im Sprunggelenk, sprich Senkspreiz-Fuß und Hyperpronation. Darüber hinaus gelten Läufe auf hartem oder unebenem Untergrund und ruckartige Belastungsanforderungen wie Sprünge, Sprints oder Abstoppbewegungen als mögliche Auslöser. Außerdem kann eine dauerhaft verkürzte Wadenmuskulatur, Fachausdruck „muskuläre Dysbalance“, zu Beschwerden führen. Letztlich gilt es auch, ein Auge auf die Lauftechnik zu werfen. So etwa kann ein exzessiver Vorfußlaufstil ebenso ein Grund für die übermäßige Beanspruchung der Achillessehne sein wie der Fersenlaufstil. Eine Korrektur in Richtung Mittelfußlaufstil sollte Abhilfe schaffen, weil dieser als am verträglichsten für die Sehne gilt.

Vielfältige Beschwerdebilder

Sind die Beschwerden einmal da, äußern sie sich auf vielfältige Art und Weise. Typisch für eine Achillessehnenreizung sind zum einen Anlaufschmerzen, das heißt Schmerzen bei Belastungsbeginn aber auch morgens nach dem Aufstehen. Zum anderen sind es Schmerzen während oder nach längerer Belastung. Oft schmerzt der Druck auf das (angeschwollene) Sehnengleitgewebe. Bei akuter Reizung lässt sich beim Heben und Senken des Fußes eine Art Knirschen direkt über der Sehne ertasten. Bei chronischer Reizung zeigt die Achillessehne häufig in der Mitte eine kolbenförmige Schwellung. Zwecks genauer Diagnose nutzt die Sportmedizin neben der genauen körperlichen Untersuchung moderne Untersuchungsmethoden wie Ultraschall oder Kernspin.

Zahlreiche Therapiemöglichkeiten

In der Folge gilt es, mit entsprechenden Maßnahmen die Beschwerdebilder quasi zu löschen. Das Maßnahmenspektrum erweist sich als breit. Zunächst einmal muss die Belastung der gereizten Sehne reduziert werden. Zum Beispiel, indem man aufs Rad steigt anstatt in die Laufschuhe zu schlüpfen. In der Akutphase empfiehlt sich die mehrmals tägliche Anwendung von milder Kälte (z.B. Topfenwickel) und/oder von entzündungshemmenden Salben. Danach folgen durchblutungsfördernde Maßnahmen, um die Selbstheilung des Gewebes zu unterstützen. Also etwa Wärmepackungen, Wechselbäder usw. Darüber hinaus helfen physiotherapeutische Behandlungen und spezielle Therapien wie Ultraschall und Reizstrom, die den Stoffwechsel in der Sehne optimieren. Erst wenn all diese konservativen Maßnahmen versagen, sprich eine Entzündung chronisch wird, sollte man eine Operation andenken.

Vorsorge durch regelmäßiges Dehnen

Warum ist eine gezielte und vor allem rechtzeitige Behandlung einer gereizten Achillessehne eigentlich so wichtig? Ganz einfach deshalb, weil Sehnenreizungen ganz grundsätzlich dazu neigen chronisch zu werden. Je länger eine Achillessehnenreizung andauert, desto schwieriger gestaltet sich ihre Behandlung. Und je höher wird die Wahrscheinlichkeit eines Abrisses. Aus diesem Grund ist auch die Prophylaxe ein heißes Thema. Vorbeugend wirken zum Beispiel regelmäßiges Dehnen und Lockern der Waden- und der Oberschenkelmuskulatur. Zudem sollte man sich nach intensiven Trainingseinheiten ausreichend regenerieren. Zum Auffinden des passenden Schuhwerks bzw. der korrigierenden Einlage empfiehlt sich eine Laufbandanalyse, wie sie der professionelle Sportfachhandel heute schon anbietet.
 
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