3 Lagen Jacken

Warum sie beim Wetterschutz punkten

Die drei Lagen und die Eigenschaften dieser Jacke

Die Crème de la Crème der wirklich sehr großen Wasserdichtjackenfamilie besteht aus drei Lagen: das imprägnierte Obermaterial, die Membran und das Futter. Dieses textile Triumvirat macht Jacken besonders robust, was zum Glück nicht notwendigerweise auch steif bedeutet. Darüber hinaus erfreuen sie ihren Besitzer mit erstklassigen Abrieb- und Reißfestigkeitswerten sowie hoher Dampfdurchlässigkeit. Das ist insofern logisch, weil diese Jacken extra für Outdooraktivitäten konzipiert werden. Konzipiert heißt übrigens im Klartext, dass sowohl die Verarbeitung, das Design als auch das Zusammenspiel der Materialien bei diesen Jacken höchsten Anforderungen gerecht werden.

Die äußere Lage bei 3-Lagen-Jacken

Dass die äußerste Schicht einer Outdoorjacke eher nicht wasserdurchlässig sein soll, ist gut nachvollziehbar. Deshalb verwenden die Hersteller dafür Stoffe wie Polyamid oder Polyester, die so gut wie kein Wasser aufnehmen. Weil sich aber zwischen diesen Kunststofffasern trotzdem Feuchtigkeit sammeln kann, wird heftig imprägniert. So heftig, dass manche Jacken sogar unter einer Kaskade fließenden Wassers innen trocken bleiben.

Das Innenmaterial bei 3-Lagen-Jacken

Der Job der innersten Schicht einer Jacke, dem Futter, ist es, die Membran-Zwischenschicht vor Beschädigungen zu schützen und Feuchtigkeit nach außen weiter zu leiten.

Zwischenschicht: Das Membran

Unter dem Oberstoff und über dem Futter liegt die Membran, also die mittlere der drei Lagen. Sie hält Regen ab und lässt Schweiß nach außen abdampfen. Im besten Fall erzeugt sie auf diese Weise ein Klima, das sich zwischen Körper und Jacke durch wohlige Wärme und Trockenheit auszeichnet. Wie die Membran das genau schafft, darüber schweigen sich die Hersteller natürlich aus. Wenngleich allgemein bekannt ist, dass es zwei Arten von Membranen gibt: die mikroporösen und die geschlossenen. Sie funktionieren beide nach einem gemeinsamen Grundprinzip. Sprich Druckgefälle zwischen warmer, feuchter Luft in der Jacke drinnen und kühler, trockener Luft draußen. Kleiner Appetizer für Wissensjunkies: Die Struktur des Membrankonstrukts von Gore-Tex zum Beispiel besitzt Mikroporen, die kleiner sind als ein Wassertropfen. Deshalb kann Wasser nicht eindringen. Dafür sind die Poren größer als ein Wassermolekül, weshalb Wasserdampf problemlos entweichen kann. Bei geschlossenen Membranen funktioniert das Druckgefälle durch die Kombination von wasserabstoßendem und ein wasseraufnehmendem Material.

Das Druckgefälle

Wie gerade erwähnt, arbeiten Membrane mit dem Druckgefälle zwischen außen und innen. Klingt einfach, ist es aber nicht. Denn die Temperaturdifferenz sollte schon so um die 15 °C betragen, damit die Membran auch wirklich optimal funktioniert. Außerdem kommt es nicht nur auf die Eigenschaften der Membran selbst an, sondern auch auf die Verarbeitung. Also mit welchem Oberstoff und Futter die Membran kombiniert wird. Aber das würde dann doch etwas zu weit führen. Als schwitzender Wandersmann sollte man sich vielmehr bewusst sein, dass man Membrane auch überfordern kann.
 
In der Praxis zeigt sich aber auch oft, dass es kein bestes Material oder keine ideale Technologie gibt, sondern nur unterschiedlich gewichtete Stärken. Zum Beispiel hohe Strapazierfähigkeit bei geringem Gewicht. Oder höchste Atmungsaktivität oder hervorragende Imprägnierung. Auch gute Elastizität mit viel Feuchtigkeitsaufnahme kann eine spezielle Stärke sein, wenngleich manchmal nur noch das Lüften hilft.

Lüftungsöffnungen

Membran hin, Membran her, Tatsache ist nun mal: Wer stark transpiriert, kommt ums Lüften nicht herum. Die cleveren Produzenten wissen das natürlich und haben an spezielle Lüftungsöffnungen gedacht. Zum Beispiel an Unterarm-Reißverschlüsse, die sich von der Mitte des Oberarms bis zur Mitte des Oberkörpers bzw. zur Hüfte ziehen. Eine andere Variante ist das Lüften über geöffnete Taschen, die ein Netzfutter haben. Überhaupt spielen Taschen eine wichtige Rolle. Wie etwa die Napoleon-Tasche, die so hoch und dicht am Front-Reißverschluss platziert ist, dass man Napoleon problemlos nachahmen kann, vorausgesetzt man steckt die Hand hinein. Wichtiger Hinweis: Bei den von außen zugänglichen und mit Reißverschluss versehenen Taschen sollte man sich immer bewusst sein, dass Reißverschlüsse nur Wasser abweisend, aber nicht wasserdicht sein können.

Reißverschlüsse

Immer wenn der Reißverschluss Wellen schlägt oder eine Falte bildet, öffnen sich die oberen Abdeckungen und Wasser kann eindringen. Praktisch: Lange Frontreißverschlüsse haben meist eine innere Abdeckung. Ist sie am Rand umgeschlagen, bildet der Stoff eine zusätzliche Regenrinne. Sie verhindert, dass Wasser entlang der Abdeckung zu den unteren Kleidungsschichten gelangen kann. Viele Jacken werden zudem mit 2-Wege-Reißverschlüssen ausgestattet. So kann man die Jacke oben geschlossen und unten offen tragen. Aber in jedem Fall mit Kapuze, einem ganz wichtigen Teil der Drei-Lagen-Jacke. Sie sollte für Kletterer oder Klettersteig-Geher groß genug sein, um den Helm zu überdecken, aber auch ohne Helm gut sitzen und das Gesichtsfeld nicht einschränkten. Das funktioniert mit einer Möglichkeit zur Trimmung. Jetzt braucht die Kapuze nur noch ein großes steifes Schild zum Wetterschutz und schon kann es losgehen.

Was Eigenschaften eine Jacke haben muss

Über den Drei-Lagen-Vorteil hinaus, sollte eine hochwertige Regenjacke folgenden Features zur Verfügung stellen:
  • Mit Garage: Wenn auch die Taschen dicht sein sollen, müssen die Reißverschlüsse ordentlich garagiert werden.
  • Frische Luft: Auch bei hochwertigsten Membranen sind Lüftungsschleusen ein absolutes Muss.
  • Kapuzen zum Trimmen: Kapuzen müssen groß genug sein, um über den Helm zu passen, aber auch ohne Helm den Kopf schützen. Ein Kapuzentrimm macht’s möglich.
  • Happy End am Ärmel: Ein Klettband als Ärmelabschluss ist bei hochwertigen Jacken Standard.
nach oben