Beratungstipp Schneeschuhe
Beratungstipps Schneeschuhe
Schnee ist nicht gleich Schnee. Deshalb muss ein Schneeschuh mit unterschiedlichen Verhältnissen zurechtkommen und kompromissfähig sein.
 
Kompromissfähigkeit erweist sich auch bei Schneeschuhen als durchaus sympathischer Charakterzug. Man findet ihn sowohl bei Modellen, die aus Rahmen und Verdeck bestehen als auch bei Monocoques. Womit wir auch schon bei den zwei grundsätzlichen Typen wären, die uns im Sportgeschäft begegnen.
 
Alu im Tiefschnee
 
Wer Plastik-Schuhen aufgrund ihrer geringen Kälteschlagzähigkeit misstraut, der sei mit den Herstellergarantien beruhigt, die volle Funktionstüchtigkeit bis minus 40°C versprechen. Außerdem spielen Plastikteile ja auch bei Schuhen mit Alurahmen eine Rolle. Und zwar bei Verdeck und Bindung. Ein viel wichtigeres Entscheidungskriterium ist da schon die Länge. Faktum ist: Monocoques sind kürzer als die bespannten Kollegen. Was Vor- und Nachteile hat. Erstere liegen in der leichteren Verstaubarkeit im Rucksack und der geringeren Stolpergefahr, weil man nicht so große Schritte machen muss. Sprich man kriegt einfach viel leichter die Kurve. Der Haken: Mit der geringeren Länge geht im weichen Schnee Auftriebsfläche verloren. Wenngleich man gleich anfügen muss, dass es Schneeschuhmodelle mit Verlängerungsmöglichkeit gibt. Dennoch sind im weichen Schnee eher die klassischen Alurahmen zuhause. Allerdings macht ein hoher Auftrieb allein noch keinen guten Schneeschuh aus. Auch die Rutschsicherung erweist sich als Kriterium.
 
Bequemes Abrollen
 
Tatsächlich lassen sich hier zwischen den beiden Schuhkonzepten große Unterschiede identifizieren. Die Monocoques sind fast so etwas wie verbreiterte Steigeisen. Die Frontkrallen sitzen meistens ganz vorne unter den Zehen, was im Steilhang den direkten Weg nach oben ermöglicht. Im Flachen halten Spikes und/oder gezackte Alu- oder Stahlleisten den Schuh. Die Zähne bei den Kollegen mit Alurahmen sitzen meist etwas weiter hinten im Ballenbereich, was einen steilen Direktanstieg bei harten Schneeverhältnissen schwieriger gestaltet. Der Vorteil: bequemere Abrollbewegung des Fußes im flacheren Gelände. Apropos bequem: Ein hochwertiger Schneeschuh zeichnet sich vor allem durch hohen Gehkomfort aus. Topmodelle rollen leichtgängig sowie geschmeidig ab und dämpfen beim Aufsetzen. Das beugt Ermüdungserscheinungen vor, erst recht, wenn der Schnee fest ist. Ebenfalls Komfort spendend: die optimale Bindung.
 
Kompromisslose Bindung
 
Bei aller schon erwähnten Kompromissbereitschaft sollte man bei der Bindung auf Mittelwege verzichten. Vor allem was die Bedienbarkeit mit Handschuhen betrifft. Finger sind bei kalten Temperaturen nun mal schnell beleidigt. Modelle mit gelochten Silikonriemen lassen sich problemlos auch mit Handschuhen spannen und lösen. Auch Ratschengurte sind empfehlenswert, bei denen sich die gewünschte Spannung ganz problemlos einstellen lässt. Guter Tipp: Eine Bindung, die auch quer zur Laufrichtung beweglich gelagert ist, schnürt die Fußgelenke weniger ein. Während der Schneeschuh schräg am Hang klebt, steht der Fuß fast aufrecht. Das nimmt Querungen den Schrecken und verhindert Fußschmerzen. Bleibt am Ende die Frage nach der Größe und zwar unabhängig vom Schneeschuh-Typ.
 
Wie groß soll dein Schneeschuh sein?
Bei der Wahl der Schneeschuhgröße ist das eigene Körpergewicht inklusive Ausrüstungsgewicht entscheidend. Je größer der Schnee­schuh ist, desto weniger sinkt man im tiefen Schnee ein. Dies ist bei leichten Wanderungen im lockeren Schnee wichtig. Auf der anderen Seite erhöhen jedoch kleinere Schnee­schuhe die Beweglichkeit, was vor allem bei Touren im steilen Gelände von Bedeutung ist.
Die nachfolgende Übersicht gibt einen Richtwert für die passende Modellgröße:
Schuhbreite ca. 20cm / Länge bis ca. 56cm – Benutzergewicht inkl. Ausrüstung bis 75kg
Schuhbreite ca. 20cm / Länge bis ca. 64cm – Benutzergewicht inkl. Ausrüstung bis 90kg
Schuhbreite ca. 23cm / Länge bis ca. 76cm – Benutzergewicht inkl. Ausrüstung bis 115kg
Schuhbreite ca. 25cm / Länge bis ca. 90cm – Benutzergewicht inkl. Ausrüstung bis 135kg
 
Welches Modell aber am Ende jedoch das tatsächlich passende ist, hängt nicht zu guter Letzt auch vom Einsatzbereich ab. Auf jeden Fall sollten Sie sich im Fachgeschäft beraten lassen und die Schuhe testweise an die Füße schnallen.
 
(Lebens-)wichtige Accessoires
 
Wer das volle Schneeschuh-Feeling genießen will, braucht die richtigen Schuhe dazu. Wichtig dabei: eine wasserdichte Ausstattung und eine steife Sohle, damit sich der Schneeschuh exakt führen lässt. Absolutes Must-have sind auch Gamaschen, weil sonst der Schnee beim Gehen in den Schuhen landet. Ebenfalls unverzichtbar die Stöcke. Und natürlich die Standard-Lawinenausrüstung mit Schaufel, Sonde und LVS-Gerät im Rucksack.  
 
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